Schon 25 Jahre ohne "Reichsbrücke"

2. August 2001, 09:25
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Bei Meldung vom Einsturz glaubten viele an einen Scherz

"Pflanzts wen anderen." Als in den Morgenstunden des 1. August 1976 der Einsturz der Reichsbrücke gemeldet wurde, glaubten Zeitungs- und Radioredakteure erst an einen Scherz. Weil schließlich nicht sein kann, was nicht sein darf. Dennoch hatte sich die Brücke zwischen 4.30 und 4.40 Uhr ins Wasser gelegt. Wie durch ein Wunder - und wegen des frühmorgentlich dünnen Verkehrs - gab es dabei nur ein Todesopfer. Der Fahrer eines Gelenkbusses, der auf der Brücke festsaß, wurde unverletzt geborgen.

Unmittelbar nach dem Unglück ließ der damalige Bürgermeister Leopold Gratz (SP) alle Wiener Brücken überprüfen, zwei Tage nach dem Einsturz wurde im Ministerrat der Entschluss gefasst, eine neue Brücke zu errichten. Im November 1980 war die Eröffnung. Dass das an Stelle der Reichsbrücke errichtete Bauwerk in Wirklichkeit auf den Namen "Johann Nestroy" hört, wird seither geflissentlich ignoriert. Nicht nur von der Bevölkerung, auch von Kartographen und Behörden. (rott, DER STANDARD Print-Ausgabe 2.August 2001)

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