Kindersex-Skandal auf "Channel 4"

1. August 2001, 11:23
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Kritik wegen Ausstrahlung der Satire "Brass Eye" zum Thema Pädophilie

Der britische Fernsehsender Channel Channel 4 ist mit der Ausstrahlung einer Satire zum Thema Pädophilie ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Nach der Ausstrahlung der Show "Brass Eye" riefen Tausende Zuseher an, um sich zu beschweren. Die britische Kultur-Ministerin Tessa Jowell beklagte, dass Brass Eye sämtliche Regeln des Anstands "nieder gerissen" habe. Jowell führt nun Gespräche mit der Television Commission (ITC), um zu klären, ob die Macht der ITC ausgeweitet werden müsse, damit das Komitee schneller auf solch kontroverse Shows reagieren könne.

Bußgeld oder Entzug der Lizenz

Die ITC prüft derzeit, ob Channel 4 gegen die Regeln von Geschmack und Anstand verstoßen hat. Das Komitee kann in diesem Fall Bußgelder verhängen oder einem Sender die Lizenz entziehen, wenn es sich um einen groben Verstoß handelt. Auch britische Jugendschutz-Organisationen kritisierten die Show als "barbarisch und grob".

Prominente seien sehr schnell dazu bereit, eine Sache zu unterstützen, wenn sie sich dadurch Publicity erhoffen können, so Brass Eye-Autor David Quantick zur BBC. Dabei würden sie häufig gar nicht mehr prüfen, ob es sich tatsächlich um einen guten Zweck handle. So wurde in einer Szene Phil Collins gezeigt, der sich für die Unterstützung einer angeblichen Anti-Pädophilie-Gruppe namens "Nonce Sense" aussprach. In einer anderen wurde einem Pädophilen in Strapsen ein kleiner Junge angeboten.

RTL muss zahlen

Brass Eye ist ein weiterer Fall von Kindersex-Skandalen im TV. In Deutschland hatte Niels Ruf Ende vergangenen Jahres in einer seiner Sendungen Sex mit einer Kinderpuppe simuliert und erregte damit Aufsehen und Kritik (etat.at berichtete). RTL musste sogar 60.000 Mark Bußgeld zahlen, weil der Sender einen Ausschnitt in seiner Promi-Klatsch-Show "Exclusiv Weekend" sendete. (pte)

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