Sanochemia: Nachfragesog bei Aids-Schnelltest

1. August 2001, 15:27
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Produktion wird ausgebaut

Eisenstadt/Wien - Das österreichische Pharmaunternehmen Sanochemia AG plant wegen des sprunghaft gestiegenen Interesses an einem in den Neunzigerjahren entwickelten Aids-Test einen Ausbau der Produktionsanlage im burgenländischen Neufeld.

Fast acht Jahre habe es gedauert, bis der in Neufeld entwickelte Aids-Schnelltest seinen Durchbruch geschafft habe. "Durch die Empfehlung der FDA erlebt der Aidstest eine absolute Renaissance", sagte Sanochemia-Chef Werner Frantsits.

Weltbester

Die amerikanische Foods and Drugs Administration (FDA) habe kürzlich festgestellt, dass der Sanochemia-Aidstest der weltweit beste sei. Der Schnelltest sei der Einzige, der Screening und Bestätigung in einem und in kürzester Zeit schaffe, sagte Frantsits. Angewandt wird der Test besonders in der pränatalen Phase, um eine HIV-Infektion bei Ungeborenen festzustellen.

"Zurzeit verkaufen wir so an die 250.000 Tests jährlich und setzen bis zu zehn Millionen Schilling mit dem Aidstest um", sagte Frantsits. Der Umsatz mit dem Präparat könnte sich nun verfünffachen.

Zulassung

Erst kürzlich hat das am Neuen Markt in Frankfurt notierte Pharmaunternehmen die FDA-Zulassung für eine zusätzliche flüssige Darreichungsform des bisher nur in Tablettenform erhältlichen Alzheimer-Präparates Reminyl bekannt gegeben. Sanochemia liefert für Reminyl den zentralen Wirkstoff Galantamine - das Exklusivpatent für dessen industrielle Synthese gilt bis zum Jahr 2014. Die Darreichung des Wirkstoffes in flüssiger Form biete viele Therapievorteile bei Patienten mit Schluckbeschwerden. Sie sei auch praktikabler für die Dauermedikation und verbessere die Lebensqualität. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 1.8.2001)

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