Ende der Aufregung um "Dürer"-Attentäter

2. August 2001, 12:39
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Temporärer Ausflug aus der Psychiatrie hatte Medienzirkus entfacht

Hamburg - Zwei Tage nach seinem Verschwinden ist der als "Dürer"-Attentäter bekannte Hans-Joachim Bohlmann am Mittwoch freiwillig in die Psychiatrie in Hamburg-Ochsenzoll zurückgekehrt. Nach seiner Darstellung habe er sich wieder Orte ansehen wollen, an denen er lange nicht gewesen sei, berichtete der Sprecher des Hamburger Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK), Siegmar Eligehausen: "Wir gehen davon aus, dass er nichts angestellt hat." Sein Verschwinden aus der geschlossenen Psychiatrie am Montag soll Museen in Alarmbereitschaft versetzt haben.

In den zwei Tagen seines Verschwindens hielt sich Bohlmann nach eigenen Angaben an Plätzen in Hamburg auf, an denen er früher gelebt hatte, so zum Beispiel in einem Park, in dem er einmal einen Baum gepflanzt hatte. Museen und Kirchen besuchte er offenbar nicht. Zu den Gründen für sein Untertauchen bei einem unbegleiteten Ausgang habe Bohlmann gesagt, er habe sich "etwas gönnen wollen", was ihm psychisch helfe.

Bohlmann hatte in den 70er und 80er Jahren wertvolle Gemälde - unter anderem von Albrecht Dürer - mit Säure bespritzt und Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Der 63-Jährige sitzt seit 1990 in der geschlossenen Psychiatrie.

Bohlmann habe sich sehr über die Berichterstattung in den Medien aufgeregt, sagte LBK-Sprecher Eligehausen. Er sei der Meinung gewesen, die von ihm ausgehende Gefahr sei aufgebauscht worden. (APA/dpa)

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