WIFI internationalisiert Aktivitäten nach Osteuropa

3. August 2001, 10:28
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Erstes Auslands-WIFI in Budapest

Wien - Das WIFI Österreich internationalisiert sein Angebot in der Erwachsenbildung. Zu diesem Zweck entsteht ab Januar 2002 in Ungarn das erste WIFI nach österreichischem Vorbild. Geplant sind auch Niederlassungen in Polen und der Slowakei. Diese Expansion ist Teil der Neupositionierung, die sich das WIFI selbst verordnet hat und mit einem 3-Säulenmodell erreichen will.

Die beiden weiteren Eckpfeiler sind laut WIFI-Chef Michael Landertshammer die Gründung der Gesellschaft WIFI Österreich Netzwerk und die Verknüpfung der Weiterbildungsaktivitäten des WIFI mit der "bildungspolitischen Expertise" der Wirtschaftskammer (WKÖ). Als Ziel nannte er den "Ausbau der Marktführerschaft", wobei das WIFO derzeit mit "rund 20 Prozent" den größten Anteil am mit 20 Mrd. Schilling Volumen bezifferten Weiterbildungsmarkt halte.

Erstes Auslands-WIFI in Budapest

Das erste Auslands-WIFI wird unter dem Dach WIFI International GmbH in Budapest seine Pforten öffnen. Das WIFI habe durch bisherigen Know-how-Transfer ins Ausland (vorwiegend in osteuropäische Länder) bei zahlreichen EU-Projekten ein "hervorragendes Standing" bei der EU-Kommission erlangt.

Business-Clubs in osteuropäischen Ländern

Zusätzlich sei durch die Gründung von Business-Clubs in den osteuropäischen Ländern eine neue Schiene transnationaler betrieblicher Zusammenarbeit entstanden. Das ungarische WIFI soll heimische Unternehmen bei Joint Ventures in den Transformationsländern betreuen und sein Know-how "im Interesse der österreichischen Wirtschaft" vermarkten.

WIFI Österreich

Die WIFI Österreich Netzwerk GmbH soll v.a. für KMU zu einem "Kompetenzzentrum für Technologietransfer" werden. Verträge mit dem Massachusetts Institute of Technology und dem Stanford Research Institute sollen kostengünstige Zugriffe zu weltweiten Forschungsdatenbanken ermöglich.

Ein Small and Medium Enterprise-FIT-Center (SME-Fit-Center) ist mit der Akquisition und Umsetzung nationaler und internationaler Projekte etwa im Bereich Design oder Eco-Benchmarking betraut. Zu den Schwerpunkten zählen laut Landertshammer zudem das Thema nachhaltiges Wirtschaften, der Zugang zu Subventionen im Innovations- und Entwicklungsbereich sowie die Entwicklung neuer Lehrgänge und Angebotsformen dieser Lehrgänge (E-Learning, Lehrgänge mit universitärem Charakter etc.).

LuC: Lehrgänge universitären Charakters

Im Herbst dieses Jahres nimmt das WIFI auch sechs Lehrgänge universitären Charakters (LuC) in sein Programm auf, wobei allerdings erst einer vom Bildungsministerium genehmigt worden ist. Während der LuC Akadamische/r Business Manager/in seine zweisemestrige Ausbildung starten kann, stehen die LuCs Akadamischer Finanzmanager, Akadamischer Software-Engineer, Akademischer System-Engineer, Akademischer E-Commerce-Engineer und Akademischer Database-Engineer noch in der Warteschleife. Für die IT-Kurse gibt es nach eigenen Angaben 500 Teilnahmezusagen.

Neupositionierung

Das WIFI hat sich seine Ziele, die mit der Neupositionierung und -strukturierung erreicht werden sollen, bis zum Jahr 2005 gesteckt. In diesem Zeitraum sollen beispielsweise die Zahl der Kurse auf mehr als 30.000 und die der Teilnehmer auf 350.000 gesteigert werden. Von September 1999 bis August 2000 haben 300.000 Besucher 25.000 Weiterbildungsveranstaltungen in Anspruch genommen. Die Firmeninternen-Training (FIT)-Programme sollen von 3.700 auf 5.000 angehoben werden. Das WIFI hat sieben Schwerpunktthemen gewählt, u.a. Management/Unternehmensbildung, Sprachen, EDV/Informatik und Technik.

(pte)

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