Warnende Wohltäter Wagners

15. August 2001, 02:57
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Alles soll in der Familie bleiben

Bayreuth - Die Gesellschaft der Freunde Bayreuths hat bei der Mitgliederversammlung davor gewarnt, die Nachfolge von Festspielleiter Wolfgang Wagner mit Hilfe von Pressionen lösen zu wollen. "Herr Wagner sollte den Zeitpunkt für seine Nachfolge selbst bestimmen", sagte Vorsitzende der fast 5.000 Mäzene, der Hofer Bankier Gerhard Schmidt.

Die Freunde von Bayreuth hatten am 29. März im Stiftungsrat für Eva Wagner-Pasquier votiert. "Wenn irgendmöglich, solle ein Mitglied der Familie Wagner die Festspiele leiten", meinte Schmidt. Wagner selbst sagte unter Hinweis auf das Stillhalteabkommen mit dem Stiftungsrat zweideutig: "Für mich ist das Kapital abgeschlossen." Wichtig sei es, zu einigermaßen zivilisierten Umgangsformen zuzurückzukehren und bei neuen Verhandlungen im Herbst zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.

Die Mäzene haben die Festspiele in diesem und im vergangenen Jahr mit rund 10 Millionen Mark unterstützt. Zusätzlich zum jährlichen Betriebskostenzuschuss von gut einer Million Mark wird die Gesellschaft dem Festspielleiter in den nächsten Jahren 12 Millionen Mark für Baumaßnahmen überweisen. Wagner will eine Mehrzweckhalle mit zusätzlichen Probenräumen errichten und die Bestuhlung erneuern. (APA/dpa)

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