PR-Manager in eigener Sache

15. November 2001, 11:36
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Nur wer sich heutzutage gut verkauft, bekommt Beachtung

Aufmerksamheit ist in unserer hektischen Zeit eines der kostbarsten Güter überhaupt. Wir werden mit Informationen überschüttet und müssen genau selektieren, wem oder was wir unsere Beachtung schenken.
Profi-Selbstdarsteller haben beruflich und privat ein enormes Plus. Hier einige Tipps, wie sie nicht zum Angeber und Aufschneider avancieren, sondern zum PR-Manager/in in eigender Sache.

  • Eigenlob stinkt nicht
    Darunter versteht man, die eigenen Fähigkeiten, Erfolge und Handlungen positiv zu präsentieren: "Das habe ich diesmal wirklich gut gemacht!" "Damit muss ich mich nicht verstecken". Besonders Frauen fällt diese Ich-Strategie schwer. Sie halten sich meist im Hintergrund und legen weniger Wert, sich selbst ins rechte Licht zu rücken.

  • Keine falsche Bescheidenheit
    Wo auch immer Sie sind, Sie können Ihrem Gegenüber auf verschiedene Art und Weise Ihre Ansprüche deutlich machen. Wenn Sie zusammen ins Restaurant gehen, dann suchen Sie ein überdurchschnittlich gutes aus. Achten Sie besonders auf Ihr Äußeres! Wichtig ist, dass Sie sich vom Durchschnittsmenschen abheben. Dazu gehört allerdings ein einheitliches Bild. Wer nur darauf Wert legt, mit seinem Titel angesprochen zu werden, ohne dabei die richtigen Manieren an den Tag zu legen, wird auch nicht weit kommen. Das Gesamtbild muss stimmen. Machen Sie auf Ihre besondere Leistungen, Erfindungen oder Einfälle aufmerksam. Wer nun glaubt, dass das alles nur "Angeberei" darstelle, der sollte es doch ganz einfach einmal versuchen, bei der nächsten Gelegenheit, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

  • Expertenwissen hervorkehren
    Es stellt sich meist als Irrtum heraus, darauf zu hoffen, dass andere schon merken, was man kann und was man schon alles geleistet hat. Es ist von enormer Bedeutung in Gesprächen ab und zu subtil einfließen zu lassen, welche Qualitäten man mitbringt.

  • Vertrauens-und Glaubwürdigkeit betonen
    Wenn uns andere als glaubwürdig und vertrauensvoll halten, dann erreichen wir damit ein Image, das uns langfristig einen enormen Vorteil verschafft.

  • Offenheit signalisieren
    Als ein machtvolles Instrument der Selbstdarstellung erweist sich das Zugeständnis eines Blicks hinter die eigenen Kulissen. Damit erzielt man gleich zwei Vorteile: (1) Offene Menschen gelten bei anderen als Beliebter (2) Mit einer offenen Haltung verpflichten Sie den anderen in gewisser Weise auch zu mehr Offenheit Wichtig ist wie immer den Mittelweg einzuschlagen. Hier können Sie sich durch Übertreibungen schnell einen schlechten Ruf einheimsen.

  • Authentische Selbstdarstellung
    Die Präsentation unserer Eigenschaften und Fähigkeiten sollte immer "an der Wahrheit orientiert" bleiben. Darunter versteht man eine rechtschaffende Vermittlung seiner Selbstqualitäten in deren Besitz man sich weiss. Anders ausgedrückt, kleine Schummeleien sind erlaubt, wenn sie sich nicht allzu sehr von der Realtität entfernen. Unsinnig wäre es bespielsweise Fremdsprachenkenntnisse als "ausgezeichnet" anzupreisen, wenn sie nicht einmal in den Grundkenntnissen vorhanden sind.

Hier einige zweischneidige Strategien, die nicht immer hilfreich sind.

  • Vitamin B und name dropping
    Eine beliebte österreichische Variante auf dem Weg zum Erfolg stellen Beziehungen dar. Der Onkel oder ein Freund der Familie hilft schon mal ganz gern dem aufstrebenden Maturanten. Man kann sich aber auch allein durch die bloße Erwähnung von Persönlichkeiten aufwerten. Die Psychologie spricht von "basking in reflected glory". Hier brüstet sich jemand zum Beispiel mit seinen Kontakten zu Prominenten oder herausragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. "Mein Onkel ist Generaldirektor des Unternehmens XY" oder "Mein Vater kennt den Bundespräsidenten persönlich". Auf diese Weise erhofft man, dass ein Teil des Glanzes jener Persönlichkeit auf einen selbst abfällt.

  • Sich einschmeicheln
    Beliebte Menschen haben bei anderen leichtes Spiel, andererseits ist ein zu großer Beliebtheitsgrad nicht immer erwünscht und erzeugt Eifersucht bei KollegInnen. Der Wunsch, beliebt sein zu wollen, geht oft auch mit dem Eindruck der Anbiederung einher.
Welche Darstellungstaktik Sie auch wählen, als Grundrezept gilt: Übertreiben Sie nicht! Weniges und Maßvolles wird von den Interaktionspartnern oftmals als angenehm und positiv, Zuviel und Übertriebenes dagegen als abstoßend und negativ bewertet.

(Quelle: red/ Psychologie Heute, Juli 2001)

"Hemmungslose Selbstdarsteller sind nicht wirklich erfolgreich. Sie mögen unsere Aufmerksamkeit für eine Weile erregen- unsere Sympathie haben sie nicht."
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