Erfolgreich bewerben ohne Studienabschluss

17. Jänner 2002, 18:14
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So geht es weiter nach dem Studienabbruch

Im "War for Talents" dreht sich im Moment alles um "High Potentials", Hochschulabsolventen, die ihr Studium in Mindestzeit und mit Bravour durchgezogen haben, oft mehrere Sprachen beherrschen, Auslandserfahrung haben, ...

Frust und Zweifel

Bei vielen, die nicht zu diesen sogenannten "High Potentials" zählen, kommen im Bewerbungprozess Fragen, Unsicherheiten, Zweifel und oft genug auch Frust auf. Versteckspielen oder reine Kosmetik des Lebenslaufs sind dabei nicht das richtige Mittel, um einen erfolgreichen Einstieg ins Arbeitsleben zu schaffen. Der Arbeitsmarkt ist riesig und bietet eine immer breiter werdende Palette von Jobs, die nicht mit "Super-Studenten" besetzt werden können.

Aussagekraft

Zeugnisse und Noten sagen nicht unbedingt sehr viel darüber aus, welche Qualitäten und persönlichen Voraussetzungen jemand mitbringt, um ein guter Mitarbeiter zu sein und tatkräftig zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Wie motiviert und engagiert jemand ist, wie gut jemand sich in ein bestehendes Team einordnen und mit anderen zusammenarbeiten kann, ob jemand Ideen hat und wie effizient er sie in die Tat umsetzen kann, kann man nicht aus dem Studienverlauf und den Noten ablesen.

Realität

Das Studium bleibt dennoch ein Thema im Bewerbungsprozess, das besprochen werden wird, und bestimmte Berufe und Positionen werden ganz sicher verschlossen bleiben. Dennoch steht eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten offen.

Der vielversprechenste Weg ist

  • Ihre Beweggründe zu vermitteln und die Entscheidung damit nachvollziehbar zu machen

  • hinter Ihrer Entscheidung zu stehen

  • den "Makel" wettzumachen, indem Sie fachlich und persönlich überzeugen.

Typen von Studienabbrechern

  • Verzögerte Fachwechsler:
Sie haben ein falsches Studienfach gewählt und wechseln meist zu einem anderen.

  • Beruflich Neuorientierte:
  • Ihre Erwartungen an ein Studium haben sich nicht erfüllt. Sie verlassen die Uni bald.

  • Späte Fachenttäuschte:
  • Sie sind vom Studium und dem Fach enntäuscht, für einen Wechsel fehlt aber die Zeit, da man schon so viel in das alte Fach investiert hat.

  • Späte Studiengescheiterte:
  • Unsichere Berufsperspektiven und Skepsis über Sinn und Zweck des Studiums führen zum Abbruch des selben.

  • Familiär Verhinderte:
  • Ihnen gelingt es nicht, Familie und Studium unter einen Hut zu bringen.

  • Prüfungsversager:
  • Studieninteresse und Fachidentifikatíon sind hoch, das Nicht-Bestehen der Prüfungen führt jedoch zum Abbruch des Studiums.

  • Finanzschwache:
  • Die Erwerbstätigkeit kollidiert mit den Studienverpflichtungen.

    Die Persönlichkeit wird immer wichtiger

    Die sogenannten "Soft Skills" rücken immer mehr in den Mittelpunkt, weil sie von fundamentaler Bedeutung für das Engagement und die Leistungsfähigkeit des Einzelnen, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten und damit für die Ergebnisse und den Erfolg sind. Sowohl die "New Economy" als auch die "Old Economy" suchen Mitarbeiter, die die volle Verantwortung für ihren Bereich übernehmen und gleichzeitig über den Tellerrand hinausschauen, die Unternehmensziele nie aus den Augen verlieren, selbständig und gleichzeitig teamorientiert arbeiten.

    Fachliche Defizite lassen sich leicht ausgleichen

    Fachliche Lücken lassen sich durch "Training on the job" oder Kurse ausgleichen. (red)

    Christine Öttl/ Gitte Härter
    Stuedienabbruch. So gehts weiter.
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