Teamcoaching

28. August 2001, 09:16
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Die Lösung der Problemstellungen liegt in der Gruppe

Als Ergänzung zu Einzelcoaching erfreut sich auch Teamcoaching immer größerer Beliebtheit. Bei manchen Aufträgen erscheint es oftmals schwierig die Grenze zur Beratung zu ziehen. Von der Methode wird wie beim Einzelcoaching davon ausgegangen, dass die Lösung der Problemstellungen in der Gruppe liegt.

Gemeinsam Lösungsmodelle erarbeiten

Durch zirkuläre Fragestellungen und Beleuchten aller möglichen Sichtweisen arbeitet sich die Gruppe mit Hilfe des Coaches an die Lösungsmodelle heran. Werden vom Coach Eigenmeinungen und Tipps erwartet, bewegen wir uns bereits im Bereich der Unternehmensberatung. Ein versierter Coach wird in diesem Fall eine klare Trennlinie ziehen. Vielfach fungieren Coaches auch als Unternehmensberater und umgekehrt. Entscheidend ist der jeweilige Kundenauftrag und die jeweiligen Erwartungen und Zielsetzungen.

Welches Thema soll behandelt werden?

Die Themenwahl ist offen und wird von der Gruppe (manchmal auch von einer Führungskraft) bestimmt. Die wichtigste Aufgabe des Coaches besteht vorab in der genauen Auftragsklärung. Welches Thema soll behandelt werden? Wer setzt Themen fest? Wie viel Zeit steht für den Prozess des Teamcoachings zur Verfügung?

Sich als Teammmitglied in der Gruppe einbringen

Teamcoaching wird in vielen Fällen als eine Maßnahme im Rahmen komplexer Teamentwicklungsmodelle eingesetzt. Immer wieder werden wir von Kunden gefragt, wie man dem Gruppendruck begegnen könnte. Ein guter Coach wird auf diese Situation eingehen und dafür Sorge tragen, dass sich jedes Teammitglied in der für ihn adäquaten Form einbringen kann. Es wird auf die Einhaltung von vorher festgelegten Gesprächsregeln großer Wert gelegt. Teamcoaching ist geprägt von wechselseitiger Wertschätzung und der prinzipiellen Bereitschaft andere Sichtweisen kennen zulernen und zu akzeptieren. Dies bedeutet nicht zwingend diese Sichtweisen auch als richtig anzuerkennen.

Diskretion des Coaches

Versichern Sie sich der absoluten Diskretion Ihres Coaches. Eine Informationsweitergabe an etwaige Vorgesetzte oder andere Personen darf nur mit Ihrer Zustimmung erfolgen. Personen, die wesentlichen Einfluss auf Lösungsmodelle haben aber nicht am Coaching teilnehmen, werden mittels Einschätzungsfragen an die Beteiligten –"Wie würde Herr Huber entscheiden ... etc." in den Teamcoachingprozess eingebunden.

In ungestörter Atmosphäre

Der Wahl des Ortes wird oftmals große Bedeutung beigemessen. Grundsätzlich gilt, dass sich die TeilnehmerInnen im Teamcoaching wohlfühlen müssen. Daher wird diese Frage idealerweise von der Gruppe beantwortet. Wesentlich ist eine ungestörte Atmosphäre, um den Gruppenprozess nicht zu unterbrechen.

Die Führungskraft als Coach

Etliche Führungskräfte setzen Teamcoachingprozesse an und leiten diese selbst als Coach. Vergessen wird oft, dass sie Teil des Unternehmenssystems sind und daher in die Coachingsituation beeinflusst eintreten. Sie können nicht mehr neutral bleiben. Weisungsbefugnisse und Hierarchiebenen erschweren ein tiefgehendes Teamcoaching – Vertrauen spielt in diesem Fall eine große Rolle. Selbstverständlich sind auch derartige Prozesse sinnvoll und können bei klarer Zielsetzung zum Erfolg führen. In vielen Fällen handelt es sich bei diesen Formen aber schlichtweg um MitarbeiterInnenführung oder Strategiemeetings.

Autor:
Mag. Martin Röhsner
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