Türkischer Privatisierungsminister tritt zurück

31. Mai 2001, 20:46
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Nach Äußerungen zur Reform der Tabakindustrie

Ankara - Der türkische Privatisierungsminister Yüksel Yalova ist am Donnerstag zurückgetreten, nachdem eine Äußerung von ihm für Turbulenzen an der Börse gesorgt hatte. Yalova hatte angedeutet, dass es zu Verzögerungen bei einem Gesetz zur Deregulierung der bisher staatlich kontrollierten Tabakindustrie kommen könnte. Danach war vielfach die Frage aufgekommen, wie ernst es der türkischen Regierung mit der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützen Wirtschaftsreform ist.

Ministerpräsident Bülent Ecevit beeilte sich mitzuteilen, dass die Äußerungen Yalovas nicht die Meinung der Regierung seien. Dessen Kommentar sei "unglücklich" gewesen. Yalova selbst erklärte, er sei missverstanden worden. Die Istanbuler Börse hatte am Morgen nach seinen Äußerungen fünf Prozent nachgegeben, am Nachmittag erholte sie sich dann wieder und beendete den Tag im positiven Bereich.

Der IWF unterstützt mit 15,7 Milliarden Dollar (255 Mrd. S) die Wirtschaftsreformen zur Bekämpfung der Finanzkrise in der Türkei. Das Parlament billigte dazu bereits eine Reform des Bankensektors und die Privatisierung des staatlichen Telefonkonzerns Türk Telekom. Seit Beginn der Finanzkrise im Februar verlor die türkische Lira im Vergleich zum Dollar 40 Prozent an Wert; rund 500.000 Arbeitnehmer haben ihre Stellen verloren. (APA/AP)

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