E-Commerce bedroht Sammelsystem

31. Mai 2001, 19:22
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ARA hofft auf EU-Direktive - Neuer Sammelrekord in Österreich

Wien - Die steigende Popularität der Warenbestellung im Internet wird für die diversen Sammel- und Verwertungssysteme in Europa zu einem immer größeren Problem. Der Berg an Verpackungsmaterial steigt dadurch rasch an, zusätzliches Geld für dessen Beseitigung fließt nur spärlich.

"Wir haben die Situation nicht im Griff", sagte der Chef der Altstoff Recycling Austria (ARA), Christian Stiglitz. Zwar sei es gelungen, mit der Deutschland-Tochter des US-Internetbuchhändlers Amazon einen Lizenzvertrag abzuschließen und auch heimische Webhändler einzubinden; viele andere "Dotcoms" seien aber weiter als Trittbrettfahrer unterwegs. Stiglitz hofft, dass es im Rahmen der anstehenden Novellierung der EU-Verpackungsdirektive zu einer Verbesserung des rechtlichen Rahmens kommt. Idealerweise sollten alle in der EU ansässigen Unternehmen verpflichtet werden, für die Verpackungsentsorgung dort zu zahlen, wo sie die Ware ausliefern.

Rekord

In Österreich hatte die ARA bis Ende März dieses Jahres knapp 12.400 Unternehmen unter Vertrag. Mit 633.700 Tonnen (1999: 623.000) wurde im Vorjahr so viel gesammelt und verwertet wie noch nie. Als eifrigste Sammler erwiesen sich erneut die Vorarlberger, die durchschnittlich 131 Kilogramm Verpackungsmaterial ins Sammelsystem einbrachten. Auch Steirer (114 kg) und Tiroler (110 kg) sammelten überdurchschnittlich viel.

Im Vorjahr gab es eine Tarifsenkung "im zweistelligen Prozentbereich". Für heuer verspricht Stiglitz Tarifsenkungen bei Kunststoff um 22 Prozent, bei Materialverbunden um 28 Prozent und bei Papier um zehn Prozent. (stro/DER STANDARD, Printausgabe 1.6.2001)

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