Indien sieht sich von China und Pakistan bedroht

31. Mai 2001, 16:58
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Will bis März 2002 neue Mittelstreckenrakete in Dienst stellen

Neu Delhi - Indien sieht sich von China und Pakistan bedroht und will bis März 2002 eine neue Mittelstreckenrakete in Dienst stellen. Jede wichtige indische Stadt könne von chinesischen Raketen erreicht werden, heißt es in einer Studie des indischen Verteidigungsministeriums, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das berichtete die indische Nachrichtenagentur UNI.

"Die Asymmetrie in Bezug auf Atomwaffen ist stark zum Vorteil Chinas, das außerdem Pakistan geholfen hat, seine raketentechnischen und nuklearen Fähigkeiten aufzubauen", warnt die Studie. Indien und Pakistan hatten vor drei Jahren Atomtests unternommen. Indien beschuldigt China, Pakistan technologisch zu unterstützen.

Indien werde noch im Haushaltsjahr 2001/2002 die Rakete "Agni II" mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern in Dienst stellen, kündigte Außen- und Verteidigungsminister Jaswant Singh an. Die Rakete kann Atomsprengköpfe transportieren und wurde bisher zwei Mal getestet. Agni II wird von mobilen Abschussrampen gestartet, die auf Zuggleisen fahren.

Indien hat mit China und Pakistan ungelöste Grenzkonflikte. Der Streit mit Pakistan um die geteilte Himalaya-Region Kaschmir hätte zuletzt 1999 fast zum Krieg geführt. Indien wirft Pakistan in der Studie vor, "Terroristen" auszubilden, zu bewaffnen und in den indischen Teil Kaschmirs zu schicken. (APA/dpa)

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