Bukarest wirft EU unrichtige Bewertung Rumäniens vor

31. Mai 2001, 16:37
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Bericht des Europaparlaments schlägte Einfrieren der Verhandlungen vor

Bukarest - Die rumänische Ministerpräsident Adrian Nastase und Rumäniens Ministerin für Europäische Integration, Hildegard Puwak, haben am Donnerstag den Entwurf eines negativen Berichts über Rumänien kritisiert, den eine Berichterstatterin des Europäischen Parlaments verfasst haben soll. In dem Bericht werde vorgeschlagen, dass die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit Rumänien einfriert, hieß es.

Nastase sagte im rumänischen Rundfunk, der Bericht sei "unkorrekt" und enthalte "viele Irrtümer". Unterdessen habe der EU-Erweiterungskommissar, Günther Verheugen, ihm telefonisch versichert, dass über Einfrieren oder Abbruch von Beitrittsverhandlungen nur die EU-Exekutive entscheiden könne und dass Rumänien insgesamt "eine Reihe von Fortschritten" gemacht habe, sagte Nastase weiter. Der Rundfunk zitierte außerdem einen EU-Sprecher aus Brüssel, der zu "Gelassenheit" aufgerufen habe.

In dem Berichts-Entwurf, aus dem zunächst die britische Zeitung "Financial Times" und anschließend rumänische Medien Auszüge veröffentlicht hatten, werden vor allem mangelnde Fortschritte Bukarests bei der Verbesserung der Situation von Heim- und Straßenkindern kritisiert. Dieser Bericht sei Grundlage der im Dezember fälligen Jahresbewertung Rumäniens seitens der EU, hieß es.

In der Erklärung der Ministerin Puwak hieß es, dass die EU- Berichterstatterin Emma Nicholson ihre Bewertung nicht nur hinsichtlich der Kinder-Problematik, sondern allgemein, auf überholte Daten gestützt und Maßnahmen der letzten Monate nicht berücksichtigt habe. (APA/dpa)

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    Adrian Nastase

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