Libysche Militärs unterstützen Präsident Patasse nach Putschversuch

31. Mai 2001, 15:31
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Nach wie vor angespannte Lage in zentralafrikanischer Hauptstadt Bangui

Nairobi/Bangui - Nach dem missglückten Putschversuch in der Zentralafrikanischen Republik unterstützt Libyen die Regierung von Präsident Ange-Felix Patasse mit Militärhilfe. Rundfunkmeldungen vom Donnerstag zufolge landeten zwei libysche Militärmaschinen mit Soldaten und Fahrzeugen in der Hauptstadt Bangui. Die Lage dort sei nach wie vor angespannt, zumal abtrünnige Soldaten noch immer die größten Kasernen der Hauptstadt in ihrer Gewalt hätten.

Einwohner der Metropole befürchteten, beide Seiten könnten sich auf eine neue Offensive vorbereiten. Präsident Patasses Amtsvorgänger, Andre Kolingba, räumte nach Meldungen eines lokalen Radiosenders ein, an der Aktion vom Montag beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Angriff auf Patasses Präsidentenpalast habe es sich jedoch nicht um einen Putschversuch gehandelt, sondern um den "Versuch, Frieden und Stabilität über das Land zu bringen", sagte Kolingba dem Sender.

1996 stützte Paris die Regierung Patasse

Der ehemalige Staatschef, der nach zwölfjähriger Regierungszeit 1993 von Patasse abgelöst worden war, bat die ehemalige Kolonialmacht Frankreich einzugreifen, um die Stabilität des Landes wieder herzustellen. 1996 hatte Paris bei der Niederschlagung einer Armeerevolte geholfen, um die Regierung Patasses zu stützen. Damals hatten Soldaten gemeutert, weil ihre Gehälter ausstanden.

In den vergangenen Monaten wuchs in der Bevölkerung der Unmut über die Regierung Patasses. Obwohl das Land reiche Vorkommen an Diamanten, Uran und Edelhölzern hat, verelendet es zusehends. Staatsangestellte demonstrierten in den letzten Wochen wiederholt, weil sie zum Teil seit Monaten keine Löhne bekommen haben. (APA/dpa)

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    Ange-Felix Patasse

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