Blair profitiert von Angst vor Sozialabbau

31. Mai 2001, 14:40
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Wahlkampf-Schwerpunkt Bildung und Gesundheit

London - Mit dem Versprechen von Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitssystem ist der britische Premierminister Tony Blair am Donnerstag in die letzte Wahlkampfwoche gestartet. "Wir haben entschieden, Schulen und Krankenhäuser an die vorderste Stelle zu setzen", sagte Blair bei der Vorstellung eines Wahlplakates vor der Londoner Labour-Parteizentrale. Die Forderungen der Konservativen Partei nach Steuersenkungen würden hingegen dazu führen, dass die Sozialausgaben drastisch gekürzt werden müssten. Labour verspricht dagegen, Stellen für 20.000 Krankenschwestern, 10.000 Ärzte und 10.000 Lehrer zu schaffen.

"Bei keinem anderen Thema wird der Unterschied zwischen den zwei größten Parteien in diesem Wahlkampf sichtbarer", sagte Blair, dessen Partei in Umfragen unangefochten und klar vor den Konservativen führt. Für sie sprechen sich in verschiedenen Umfragen 47 bis 48 Prozent der Briten aus, für die Konservativen 30 bis 31 Prozent. Sollte sich dies bei der Wahl am Donnerstag bestätigen, würde Labours Mehrheit im 659 Sitze umfassenden Parlament von momentan 179 auf mehr als 200 Sitze steigen.

"Vergesst die Umfragen"

Blair hält indessen den Wahlausgang nicht für sicher. "Vergesst die Umfragen. Die einzig zählende Umfrage ist die am 7. Juni", sagte er zu den Zahlen. Oppositionsführer William Hague sagte: "Wir nehmen die Umfragen überhaupt nicht zur Kenntnis." Sie sagen den Konservativen einen deutlichen Stimmenverlust voraus.

Nach den Worten von Blair hat die Opposition dies mit ihrer Konzentration auf eine angeblich bevorstehende Euro-Einführung verschuldet. "Die Euro-Frage ist nicht Thema der Wahl", hatte Blair die Anti-Euro-Kampagne der Konservativen kommentiert. Hague hatte gewarnt, die Wahl seiner Partei sei die letzte Chance für Großbritannien, das britische Pfund zu retten. (APA/Reuters)

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