Weiterer Strafbefehl gegen Ernst August Prinz von Hannover

31. Mai 2001, 14:28
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"Prügelprinz" soll in Salzburg Fotografin getreten haben

Hannover - Der als "Prügelprinz" bekannte Ernst August von Hannover hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen zweiten Strafbefehl zugestellt bekommen. Auch Akten wegen der Vorwürfe der Beleidigung einer "Bild"-Redakteurin durch den Welfenchef gehen nach Angaben des Staatsanwaltes Thomas Klinge in den nächsten Tagen an das zuständige Amtsgericht in Springe (Niedersachsen).

Fotografin getreten und beleidigt

Wie der Staatsanwalt am Donnerstag in Hannover erklärte, wird dem Welfenchef vorgeworfen, während der Salzburger Festspiele die Münchner Fotografin Sabine Brauer zunächst beleidigt zu haben. Er solle sie dann derart heftig gegen den Oberschenkel getreten haben, dass sie Blutergüsse davontrug. Die Geldstrafe wurde auf 800.000 Mark (409.034 Euro/5,63 Mill. S) festgesetzt.

Ernst August hat nach Angaben Klinges sofort Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen lassen. Es müsse daher eine Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Springe durchgeführt werden, zu der der Prinz nicht zwingend selbst erscheinen müsse.

Weitere Vorwürfe

Gegen einen bereits im Juli 2000 ergangenen Strafbefehl über 1,2 Millionen Mark (613.550 Euro/8,44 Mill. S) wegen des Vorwurfs einer heftigen Prügelattacke auf einen deutschen Hotelier in Kenia hatte Ernst August ebenfalls Einspruch eingelegt. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. war erstmals als "Prügelprinz" in die Schlagzeilen geraten, nachdem er im Jänner 1998 vor seinem Hausgut Calenberg bei Hannover einen Kameramann mit einem Regenschirm krankenhausreif geschlagen hatte. Für diese Attacke musste der Prinz 15.000 Mark (7.669 Euro/105.533 S) Schmerzensgeld an den Fotografen und 90.000 Mark (46.016 Euro/633.198 S) für die Einstellung des Verfahrens zahlen. (APA/AP)

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