Heißes Thema Cross Promotion

31. Mai 2001, 14:00
posten

Keller: Werbe-"Sauerei" bei "Taxi Orange" - Khol präzisiert Fahrplan für ORF-Gesetz

Werbung im ORF war auch bei der zweiten ÖVP-Enquete zum neuen ORF-Gesetz ein viel diskutiertes Thema. ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler bezeichnete es als "unfassbar", dass der ORF in Zukunft keine Spots in eigener Sache (Stichwort: Cross Promotion) schalten darf. Heinrich Keller, früherer SPÖ-Zentralsekretär sowie ehemals ORF-Generalsekretär, kritisierte vor allem Werbeformen in der ORF-Reality-Soap "Taxi Orange".

Es sei eine "Sauerei", dass in der zweiten Staffel von "Taxi Orange" laufend ein Hinweis auf den Ausstatter des Kutscherhofs eingeblendet werde und dass die Mitwirkenden der Sendung "ständig über Römerquelle-Flaschen stolpern", so Keller. Diesen "Unfug" müsse man "abstellen". Werberegelungen dienten jedenfalls nicht der Schwächung des ORF - wie in der Diskussion um das Gesetz vielfach befürchtet -, sondern seiner Stärkung. An öffentlich-rechtliche Veranstalter sei ein "strengerer Maßstab" anzulegen, meinte Keller.

Betriebsrat Fiedler fand es wiederum "unfassbar", dass es dem ORF künftig verboten sein soll, im TV für seine Radioprogramme (und umgekehrt) zu werben. Ausgenommen von dieser Bestimmung sollen laut Regierungsvorlage lediglich "neutrale Programmhinweise" sein. Gerd Bacher stimmte Fiedler zu: "Ich glaube nicht, dass das hält", meinte er. "Es ist fraglich, ob man Unternehmen verbieten kann, für sich selbst zu werben." Die gesetzliche Formulierung biete aber ohnehin "Umgehungsmöglichkeiten" für den ORF.

Die Werbung im öffentlich-rechtlichen ORF wird am 11. Juni im Mittelpunkt der dritten Enquete des ÖVP-Parlamentsklubs zum ORF-Gesetz stehen. Abgeschlossen wird der Diskussionsreigen mit einer Veranstaltung zu den europarechtlichen Vorgaben für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk am 18. Juni.

ÖVP-Klubobmann und ORF-Kurator Andreas Khol erläuterte am Donnerstag auch den weiteren Fahrplan der Gesetzeswerdung: Im Verfassungsausschuss werde ein Unterausschuss eingerichtet, der von 18. bis 26. Juni vier Mal tagen soll. Am 26. Juni ist die Verabschiedung des Gesetzes im Verfassungsausschuss geplant, im Juli soll das Plenum des Nationalrats das neue ORF-Gesetz besiegeln. Zugleich wird auch das Privat-TV-Gesetz beschlossen. (APA)

Share if you care.