Libro-Konkurs würde Pleitenfonds bis zu 400 Millionen Schilling kosten

31. Mai 2001, 13:44
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Auszahlung für Zwangsarbeiter aus dem Insolvenzfonds beginnt im Juli

Wien - Sollte die angeschlagene Buchhandelskette Libro im Worst-case-Fall in den Konkurs schlittern, würde dies den Pleitenfonds (Insolvenzausgleichsfonds) zwischen 350 und 400 Mill. S kosten. Entsprechende Anfragen an den Fonds habe es kürzlich gegeben, hieß es aus informierten Kreisen.

Der Fonds, in den nur die Arbeitgeber einzahlen, hat die Aufgabe, an Mitarbeiter insolventer Firmen Löhne und Gehälter sowie Abfertigungen und Urlaubsgelder zu zahlen. Der Fonds geht bei seinen Berechnungen der Libro-Kosten von einer Lohnsumme von 35 Mill. S pro Monat für rund 3.000 Beschäftigte aus. Das aushaftende Entgelt für die Monate Juni und Juli plus Urlaubszuschlag würde sich mit 117 Mill. S zu Buche schlagen. Dazu kämen Abfertigungen bei Kündigung von 240 Mill. S. Basis für die Berechnung ist ein Abfertigungsvolumen von vier Monatsgehältern zu je 20.000. S.

Zahlungen an den Versöhnungsfonds

Der Pleitenfonds beginnt im Juli mit der Auszahlung der ersten Tranche von 1,85 Mrd. S an den Versöhnungsfonds für ehemalige Zwangsarbeiter. Die zweite Tranche in der selben Höhe ist Ende des Jahres fällig. Dennoch sei es für den Fonds kein Problem, Insolvenzen dieser Größenordnung zu finanzieren hieß es, da Fehlbeträge mit Krediten überbrückt werden. Wie berichtet rutscht der Fonds durch die Zahlungen an den Versöhnungsfonds im Ausmaß von 3,7 Mrd. S heuer mit rund 2 Mrd. S ins Minus. Für 2002 wird - vorausgesetzt es gibt keine negativen Überraschungen an der Insolvenzfront - wieder mit einem Plus abschließen.

Die Insolvenzwelle von 1995 hat dem Pleitenfonds einen Schuldenberg von knapp 7 Mrd. S beschert, davon entfielen auf die Mega-Pleite Konsum rund 700 Mill. S. Damals wurden die Beiträge, die von 1987 bis 1994 lediglich 0,1 Prozent betragen haben, auf 0,5 Prozent angehoben und 1996 auf 0,7 Prozent erhöht. (APA)

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