"Fingerabdruck" der Lebensmittel

31. Mai 2001, 13:36
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Durch Auswertung der Isotopenverhältnisse

Wien - Mit neuen Analysemethoden, die im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts entwickelt wurden, kann die Herkunft von Milch, Butter und Käse genau bestimmt werden. In einem konkreten Fall konnten bereits illegale Butterimporte aus Estland nach Deutschland aufgedeckt werden, teilte das Büro für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation am Donnerstag mit.

Die Probleme mit Maul- und Klauenseuche und BSE in der EU zeigten, wie wichtig es ist, den Ursprung von Lebensmitteln nachweisen zu können. Für Milch, Butter und Käse konnten Wissenschafter aus fünf europäischen Ländern - österreichische Forscher des Forschungszentrums Seibersdorf und der Universität Wien waren und sind an dem Projekt maßgeblich beteiligt - in einem gemeinsamen Forschungsprojekt Analysemethoden entwickeln, die eine exakte Bestimmung der Herkunft erlauben.

"Fingerabdruck" der Lebensmittel

Auch beim Käse konnte gezeigt werden, dass eine Zuordnung zum Produktionsort möglich ist. Das ist zum Beispiel wichtig für den Gebietsschutz bestimmter Produkte (wie etwa für französischen Käse), der in den EU-Richtlinien festgeschrieben ist.

Für die Analyse der Lebensmittel untersuchen die Forscher die Isotopenverhältnisse der Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel. Die Auswertung dieser zum Teil sehr geringfügigen Unterschiede ergaben quasi einen "Fingerabdruck" der Lebensmittel auf molekularer Ebene. In zweijähriger Arbeit wurde eine Datenbank mit derartigen Profilen erstellt. Nun können neue Proben mit den gespeicherten Profilen verglichen und so die Herkunft festgestellt werden. (APA)

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