"Die Leute sind nicht dumm"

31. Mai 2001, 13:27
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Liberaldemokrat Charles Kennedy wirbt bei Briten-Wahl mit "Ehrlichkeit"

London - "Die Leute sind nicht dumm. Jeder weiß, umsonst sind keine besseren Schulen und Krankenhäuser zu haben", heißt einer der Lieblingssätze von Charles Kennedy (41), dem Vorsitzenden der britischen Liberaldemokraten. Mit einem offenen Plädoyer für Steuererhöhungen setzt sich die kleine Oppositionspartei scharf von Labour und den Konservativen ab. "Ehrlichkeit in der Politik" ist die Devise der "Libdems", der dritten Kraft in der britischen Politik.

Der Schotte Kennedy führt nach dem Abgang von Paddy Ashdown seine Partei erstmals in den Unterhaus-Wahlkampf. Für ihn geht es darum, die Zahl der Mandate (46 Sitze) zu erhöhen. "Wir müssen das brutale Zweiparteiensystem von innen bekämpfen", sagte Kennedy dem "Guardian."

Kennedy ist überzeugt, dass "New Labour" den "Libdems" nicht auf Dauer die kalte Schulter zeigen kann. Spätestens wenn die nächste Labour-Regierung das Referendum zum Euro-Beitritt ausruft, werde es zwangsläufig zu mehr parteiübergreifender Kooperation kommen. Das nächste logische Ziel, so Kennedy, wäre dann das seit langem versprochene Referendum über die Einführung der Verhältniswahl in Großbritannien. (APA/dpa)

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