Mehr Mädchen als Buben rauchen

31. Mai 2001, 12:48
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Lungenkrebsrate bei Passivrauchern um 30 Prozent erhöht

Wien - Schlechte Nachricht zum Welt-Nichtrauchertag 2001. "In Österreich rauchen 26 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Buben", erklärte Staatssekretär Reinhart Waneck am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Damit kehrt sich derzeit das Geschlechterverhältnis beim Tabakkonsum offenbar rapide um. Von "Brachialmaßnahmen" gegen das Rauchen hält Waneck allerdings nichts. Fachleute fordern jedenfalls die Novellierung des Arbeitnehmerschutzgesetzes, um die Arbeitsplätze in Österreich wirklich rauchfrei zu machen.

Das Passivrauchen steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des von der WHO ausgerufenen Welt-Nichtrauchertages. Waneck zu den globalen Zahlen: "Es raucht etwa ein Viertel der Weltbevölkerung. In Österreich werden 2,3 Millionen Raucher ausgewiesen, das sind rund 29 Prozent. 12.000 bis 14.000 Todesfälle werden dem Rauchen angerechnet. Die statistische Lebensverkürzung beträgt 12,1 Jahre."

Passivrauchen

Gefährdet sind längst nicht nur die Raucher selbst. Der Wiener Umwelthygieniker Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger: "Die Lungenkrebsrate ist bei Passivrauchern um 30 Prozent erhöht. Das fordert im Jahr in Europa 2.000 Tote. Man rechnet, dass jedes Jahr 20.000 Herz-Kreislauftodesfälle auf das Passivrauchen zurückzuführen sind."

Neuberger fordert eine Verschärfung der Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzgesetzes im Rahmen der geplanten Novellierung: "Da ist zwar prinzipiell der Schutz des Nichtrauchers am Arbeitsplatz enthalten, doch gleichzeitig gilt das nur, soweit es die Art der Betriebstätte 'gestattet'. Außerdem ist Rauchen gestattet, wenn durch Be- oder Entlüftung die Nichtraucher von den Wirkungen des Rauches geschützt werden. Das geht aber gar nicht." Selbst nach zwei Stunden Lüften würden in einem verrauchten Raum noch immer die Schadstoff-Grenzwerte überschritten. (APA)

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