Rekordpreis für Filmrechte an US-Justiz-Absurdität

31. Mai 2001, 12:33
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Pariser Verlag erzielte 750.000 Dollar für Sachbuch

Paris - Der Pariser Verlag Fayard hat die Filmrechte für das Anfang Mai erschienene Buch "La justice jusqu'a l'absurde" ("Die Justiz bis zum Absurden") von Thomas Lemaire für eine Rekordsumme von 750.000 US-Dollar (etwa zwölf Mill. S) verkauft. Nach Angaben des Verlegers handelt es sich um die größte Summe, die in Frankreich für ein Buch erreicht wurde, das kein Roman ist.

Die Rechte kaufte der Produzent Philippe Rousselet ("Les films de la Suane"), der "einen bedeutenden amerikanischen Film" aus dem Buch machen will. Rousselet befand sich bei den Verhandlungen in Konkurrenz mit bedeutenden US-amerikanischen Produzenten wie etwa Bill Mechanic, dem Produzenten von "Titanic".

"La justice jusqu'a l'absurde" erzählt die Geschichte eines realen Justizirrtums: Michael Pardue, ein 17-jähriger Amerikaner, wurde von der Polizei in Baldwin (Alabama) wegen eines Fahrzeugdiebstahls vorgeladen, dann allerdings eines dreifachen Mordes beschuldigt. Dem psychischen und physischen Druck der Polizisten ausgesetzt, gestand Pardue die Tat und wurde am Ende eines 90-minütigen Prozesses zu drei Mal lebenslanger Haft und 30 Jahren Haft für den Diebstahl verurteilt.

Im Alter von 41 Jahren wurde der Verurteilte 1997 nach unzähligen Rekursen als unschuldig anerkannt. Aber er muss im Gefängnis bleiben, weil er in 25 Jahren Haft drei Fluchtversuche unternommen hatte. Für diese Versuche der Flucht aus einer ungerechten Haft wurde er erneut zu lebenslanger Haft verurteilt, eine "Justiz bis zum Absurden" eben. (APA)

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