Creditanstalt geht endgültig in der Bank Austria auf

31. Mai 2001, 18:15
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Vollfusion zu einer Filialbank soll 1,4 Milliarden im Jahr bringen

Wien - Die Bank Austria (BA) und deren Tochter Creditanstalt (CA) fusionieren und werden in Zukunft unter Bank Austria Creditanstalt AG firmieren. Wie Bank-Austria-Chef Gerhard Randa am Donnerstag in einer Pressekonferenz erklärte, soll die Integration der beiden Häuser in der ersten Jahreshälfte 2002 realisiert werden.

Randa verspricht sich von diesem Schritt eine Verstärkung der Schlagkraft auf dem Markt sowie eine nachhaltige Reduktion der Kosten. Durch den gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss werde es möglich sein, alle noch bestehenden Überlappungen zu beseitigen.

Projektteam

Die technischen Details der Fusion sollen in den nächsten Monaten von einem Projektteam, bestehend aus den Bank-Austria-Vorständen Karl Samstag, Wolfgang Haller und Jochen-Michael Speek sowie den CA-Vorständen Ewald Nageler und Jürgen Danzmayr, erarbeitet werden.

Als einen wesentlichen Teil des Projekts bezeichnete Randa die weitere Bereinigung des Filialnetzes sowie eine kontinuierliche Absenkung des Personalstandes. Vor zehn Jahren hätten Bank Austria und CA zusammengezählt noch rund 700 Zweigstellen gehabt. Derzeit seien es 470. Diese Zahl solle weiter sinken, allerdings nicht auf unter 400. Beim Personal werde es keine Kündigungen geben. Der Beschäftigtenstand der beiden Häuser reduziere sich derzeit um 500 bis 700 Mitarbeiter pro Jahr und werde zu Jahresende 12.000 erreichen. Dieses Schrumpfungstempo soll, so der Bank-Austria-Chef, in den nächsten drei Jahren beibehalten werden.

Synergieprogramm

Die Ersparnis aus dem bis 2002 laufenden Synergieprogramm bezifferte Randa auf 175 Mio. EURO (2,4 Mrd. S) pro Jahr. Durch die Fusion sollen im Anschluss daran jährlich 100 Millionen Euro eingespart werden. Dies solle eine weitere Ergebnisverbesserung sicherstellen.

Für CA-Generaldirektor Erich Hampel sind vor allem die Kunden der beiden Institute die Fusionsgewinner. Ihnen stünden nun ein deutlich größeres Filialnetz und auch eine wesentlich größere Produktenpalette zur Verfügung.

Auf die Töchter in den Reformstaaten Ost- und Mitteleuropas wird sich die Fusion nicht auswirken. Diese werden in Zukunft unter dem Namen der bayerischen Mutter der Bank Austria, der HypoVereinsbank (HVB) sowie einem landesspezifischen Zusatz firmieren. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 1.6.2001)

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