Rauch-Kallat-Attacke gegen Haider

31. Mai 2001, 11:17
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"Kann nicht erwarten, dass sich Staatsmänner bei ihm anstellen" - Glück- wunsch an Berlusconi

Wien - Die Generalsekretärin der ÖVP, Maria Rauch-Kallat, übt in einem "profil"-Interview heftige Kritik am Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Anlass sind dessen negative Äußerungen über den Besuch des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder in Wien: "Haider kann nicht erwarten, dass, wenn er Staatsmänner beleidigt, diese sich dann um einen Gesprächstermin bei ihm oder seiner Partei anstellen."

Auch die Kritik des freiheitlichen Altparteiobmanns in Richtung ÖVP hält Rauch-Kallat für verfehlt. Diese Aussagen seien nicht sinnvoll: "Eine Zusammenarbeit lässt sich durch Drohungen nicht verbessern", erklärte die Generalsekretärin. Haider hatte zuletzt am Rande des FP-Vorstandes gemeint, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel müsse sagen, ob er bereit sei für die Regierung zu sprechen oder nur für die ÖVP. Sei Letzteres der Fall "dann gibt es diese Koalition nicht".

Die freiheitlichen Regierungsmitglieder werden von Rauch-Kallat im Gegensatz zum Kärntner Landeshauptmann gelobt. Auf die Frage, welche Unterschiede es zwischen Haider und dem FP-Regierungsteam gebe, meint Rauch-Kallat: "Die FP-Minister agieren zunehmend professioneller. Das trifft nicht auf alle in der Partei zu."

Zu ihren von der Südtiroler Volkspartei kritisierten Glückwünschen für den Gewinner der italienischen Wahlen Silvio Berlusconi meint Rauch-Kallat in "profil": "Meine Freude über Berlusconi ist Ausdruck einer freundschaftlichen Verbindung zu einem Partner in der Europäischen Volkspartei. Er hat sich auch in der Sanktionsfrage gegenüber Österreich äußerst fair verhalten, und hinter den Kulissen für uns gearbeitet." (APA)

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