Foltervorwürfe gegen mazedonische Polizei

31. Mai 2001, 12:09
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Geständnisse und Informationen über albanische Extremisten sollen erpresst worden sein

Skopje - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der mazedonischen Polizei Foltermethoden bei der Vernehmung von Albanern vorgeworfen. Mit Misshandlungen werde versucht, Geständnisse oder Informationen über die albanische Rebellengruppe "Nationale Befreiungsarmee" zu bekommen, heißt es in einer am Donnerstag in Skopje verbreiteten Mitteilung der Organisation.

"Die Angst vor Gewalt hält auch viele ethnische Albaner von der Flucht in die Sicherheit des von der Regierung kontrollierten Gebietes ab", erklärt die Menschenrechtsorganisation. Es seien Fälle von Schlägen und Folter in Polizeistationen in Kumanovo und Skopje dokumentiert, wobei Opfer ihre Darstellungen mit Verletzungen belegt hätten. Die Polizei wende Schläge auf die Fußsolen und Extremitäten an, wobei die Festgenommenen am Boden liegen müssen.

Human Rights Watch fordert ein umgehendes Ende von Folterungen und anderen Misshandlungen in Polizeistationen. Auch die internationale Gemeinschaft müsse etwas gegen Polizeigewalt unternehmen. Die Organisation erklärte: "Internationale Unterstützung für die mazedonische Regierung sollte nicht bedeuten, im Angesicht solch schwerer Misshandlungen still zu bleiben." (APA/dpa)

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