Krenn-Referent: "Homosexualität ist in sich schlecht"

31. Mai 2001, 10:49
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Robert "Mama" Höchtl fordert Gleichberechtigung für Homosexuelle

Wien - Kontroverse Standpunkte zur von amnesty international geforderten Aufhebung des §209 des Strafgesetzbuches, der sexuelle Beziehungen von Männern über 19 mit Männern unter 18 Jahren verbietet, prägten die Debatte der "ZiB3" des ORF in der Nacht auf Donnerstag. Der Referent des St. Pöltner Diözesanbischofs Kurt Krenn, Michael Dinhobl, wandte sich entschieden gegen eine Aufhebung: "Homosexualität ist in sich schlecht", sagte er. Der durch die Fernsehsendung "Taxi Orange" bekannt gewordene Robert "Mama" Höchtl forderte hingegen Toleranz und gleiche Rechte für Homosexuelle.

Dinhobl verglich Homosexualität mit einer schlechten Veranlagung, etwa Pyromanie. "Homosexualität ist keine Krankheit", entgegnete Höchtl, sondern die Theorie dass es eine Krankheit sei, wäre krank. "Es gibt keinen Homosexuellen, der sich krank fühlt - außer es wird ihm eingeredet". Österreich sei das einzige Land in Europa, in dem noch immer für Homosexualität von Männern schärfere Bestimmungen existierten. Er sprach sich auch für die Einführung von anerkannten Partnerschaften bzw. Ehen von Homosexuellen aus. "Wenn sich Homosexuelle lieben, warum dürfen sich die nicht ehelichen? Zwei Menschen, die sich lieben, dürfen doch heiraten!"

Dinhobl hingegen hob die Bedeutung der Ehe von Menschen verschiedenen Geschlechts im Hinblick auf die Nachkommenschaft hervor. "Die Ehe ist die Keimzelle der Gesellschaft, und in der Ehe kommen auch die Kinder. Diese Leistung der Familie ist schützenswert, denn wer soll denn die Pensionen bezahlen?", fragte er. Höchtl wandte ein, dass auch wenn Homosexuelle nicht heiraten dürften, sie trotzdem keine Kinder bekommen würden.

Während für heterosexuelle Paare und lesbische Frauen und Mädchen eine Altersgrenze von 14 Jahren für sexuelle Beziehungen gilt, verbietet der §209 des Strafgesetzbuchs sexuelle Beziehungen von Männern über 19 Jahren mit Männern unter 18 Jahren. Der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahre Haft. Die Menschenrechtsorganisation amnesty international kritisiert diese Regelung als "eine einzigartige Legaldiskriminierung homosexueller Männer". (APA)

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