Hightech im Kampf gegen Autodiebe

31. Mai 2001, 09:10
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In Österreich wurden im Jahr 2000 laut Innenministerium 6.514 Kfz gestohlen

Wien - Die Horrorvorstellung eines jeden Autofahrers: Er kommt zu seinem Wagen - aber der ist weg. Falls er nicht wegen Falschparkens abgeschleppt wurde, ist das geschehen, was tausende Male per anno in Österreich passiert: Allein im vergangenen Jahr wurde in Österreich laut Innenministerium 6.514 Mal eine Diebstahlsanzeige eines Kraftfahrzeuges zu Papier gebracht. 3.505 Blechkarossen tauchten nicht wieder auf.

Die Diebe setzen wie die Eigentümer auf "Markenware": Am liebsten wurden VW (1.350 Mal), Audi (696), Mercedes (421) sowie Opel (345) entwendet. Kriminalisten empfehlen immer häufiger den Einsatz von Autosicherheitssystemen mit GPS-Modulen, womit das erbeutete Fortbewegungsmittel jederzeit geortet werden kann.

Eines der gängigsten Systeme in Österreich wurde jetzt unter Aufsicht von Interpol, dem Kriminalpolizeilichem Beratungsdienst (KBD) und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) getestet. Peter Jedelsky, Leiter des KBD in Wien, fingierte einen Diebstahl eines mit dem System "dolphin" ausgerüsteten Pkw. Das Gerät, das seit Jänner 2000 am Markt ist, kam zum ersten Mal unter kriminalistischem Auge zum Einsatz - und das mit Erfolg. Sieben Minuten später wurde das Fahrzeug "gestellt", wobei der "Dieb" bereits auf der Ost-Autobahn Richtung Staatsgrenze unterwegs war. Die Route Jedelskys war der Polizei vorher nicht bekannt.

Autodiebstähle gehen zurück

"Seit 1992 gehen die Autodiebstähle zurück. 1995 hatten wir in Österreich einen absoluten Tiefstand dank der elektronischen Wegfahrsperren", sagte Jedelsky im Gespräch mit der APA. "Kfz-Sicherheitssysteme wie beispielsweise 'dolphin' könnten einen weiteren Rückgang bringen. Deswegen forcieren wir den Einbau solcher Einrichtungen." Ein Problem, dass die Leute diese Geräte nicht kaufen werden, sieht der Jurist in den hohen Preisen der Sicherheitssysteme (rund 20.000 Schilling, Anm.): "5.000 Schilling wäre ein Traumpreis, aber wir würden uns schon über 10.000 Schilling freuen", so Jedelsky.

Der Stand der Technik darf jedoch nicht stagnieren und mumüsse s ständig weiterentwickelt werden, sagte Jedelsky. "Derzeit ist uns noch keine Überwindung dieser Systeme durch die Täter bekannt." Der KBD-Leiter hofft, dass diese Einrichtungen - ebenso wie die Wegfahrsperren - in drei Jahren gang und gebe sind und die Zahl der Autodiebstähle in Österreich noch weiter sinken wird. Fazit: Bestand früher nur wenig Chance, das Auto wieder zu sehen, reicht jetzt ein Telefonat mit einer Einsatzzentrale. (APA)

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    foto:audi
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