Der falsche Weg?

31. Mai 2001, 08:55
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Deutsche Werbewirtschaft gegen EU-Verbot von Zigarettenwerbung

Bonn - Die deutsche Werbewirtschaft hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, das von der EU-Kommission geplante Verbot von Zigarettenwerbung in Zeitungen, Zeitschriften und dem Internet zu verhindern. Dies sei der falsche Weg gegen das Rauchen, erklärte der Geschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), Volker Nickel, am Montag in Bonn. Durch drohende EU-Folgeverbote - wie möglicherweise auch für Alkoholwerbung - würden allein den Pressemedien in der Bundesrepublik über 1,7 Mrd. DM (869 Mill. Euro/11,96 Mrd. S) Einnahmen im Jahr entgehen.

Nickel sagte: "Käme es tatsächlich zu einem Tabakwerbeverbot in Pressemedien, bringt das keinen einzigen Tabakkonsumenten von seiner Raucherentscheidung ab". Werbeverbote würden seiner Ansicht nach keinen Jugendlichen vor dem Einstieg in den Zigarettenkonsum schützen. Geschädigt würden lediglich das Mediensystem und kleine Tabakproduzenten, die sich im Kampf um Marktanteile gegenüber den Markenführern immer weniger durchsetzen könnten, "wenn ihnen das Marketinginstrument Werbung aus der Hand geschlagen wird".

Der ZWA protestierte gegen die Absicht von EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne, bereits Anfang Juni den neuen Richtlinienentwurf zu verkünden. Unter den 15 Mitgliedsstaaten stellten sich lediglich Deutschland und Österreich gegen den Plan, sagte der irische Politiker im Vorfeld.

Die EU-Kommission hat indessen einen neuen Anlauf für ein EU-weites Tabakwerbeverbot unternommen. Das Gesetz muss im Mitentscheidungsverfahren zwischen EU-Ministerrat und Europäischem Parlament beschlossen und anschließend von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. (APA/AP)

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