Albanerpartei PDP in Mazedonien will Kontakte zu UCK nicht abbrechen

30. Mai 2001, 23:00
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PDP widerspricht Erklärungen von EU und NATO

Skopje - Die an der mazedonischen Koalitionsregierung beteiligte albanische Partei für Demokratie und Wohlstand (PDP) will an ihrem umstrittenen Abkommen mit den Albaner-Rebellen festhalten. Der Fraktionsvorsitzende der Partei, Naser Ziberi, widersprach am Mittwoch Erklärungen der NATO, der EU und des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski, wonach das Abkommen "nicht mehr gültig" sei. Diese Erklärungen gäben nur "die Einstellung der EU" wieder, sagte der PDP-Fraktionsvorsitzende. Die Partei gebe keineswegs auf. Das Papier, mit dem die Kontaktsperre zu den UCK-Rebellen durchbrochen worden war, hatte die erst Mitte Mai gebildete Regierung der nationalen Einheit an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Erst am Dienstag hatte Trajkovski bekannt gegeben, die slawisch-mazedonischen und die albanischen Parteien der Regierung hätten sich nach intensiver Vermittlung des außenpolitischen Vertreters der EU, Javier Solana, auf eine Wiederaufnahme ihres Dialogs geeinigt. Der PDP-Politiker sagte dazu: "Es gibt keine Einigung." In einer gemeinsamen Erklärung hatten EU und NATO zuvor die Einigung der mazedonischen Parteien auf Wiederaufnahme des Dialogs begrüßt. Die PDP gilt als die radikalere der beiden im mazedonischen Parlament vertretenen Albanerparteien. (APA/AFP)

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