Chirurg kann mit Robot-Unterstützung allein operieren

30. Mai 2001, 22:13
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Linz - Im Krankenhaus der Elisabethinen wurde am Mittwoch die Operationsmethode der "Solochirurgie" vorgestellt. Dabei wird der Arzt nur mehr von einem Roboter und einem am Operationstisch montierten mechanischen Arm unterstützt. Für den Primar und Urologen im Krankenhaus der Elisabethinen gehört der "unmenschliche" Assistent bereits zur täglichen Routine.

Für Teilentfernungen eines Tumors der Nebenniere waren bisher noch mehrere assistierende Ärzte notwendig, da zwei Hände für die Arbeitsschritte nicht ausreichten. Für Patienten stellte der Eingriff eine sehr hohe Belastung dar, denn der gesamte Bauchraum wurde aufgeschnitten. Die "Solochirurgie" soll die Operationsqualität steigern. Besondere Vorteile bringt die Methode in der Laparoskopie – der "Schlüssellochchirurgie" – , bei der eine Videokamera die Augen des Chirurgen ersetzt.

Für die Operation sind nur mehr vier kleine Einschnitte am Körper des Patienten nötig: Zwei für die Instrumente des Chirurgen, eines für die Videokamera zur Organbeobachtung und eines für den Arm, der störende Organe zur Seite schiebt. Sowohl Kamera als auch Arm mussten bisher von Assistenten bedient werden. Bei Janetscheks Technik führt der Roboter die Kamera. Den Roboter steuert er per Mikrofon. Damit gewinnt der Operateur wieder die direkte Kontrolle über "seine Augen", was die Qualität des Eingriffes verbessert.

Vorzüge habe die Methode nach Ansicht des Urologen auch in der Präzision. Ermüdungserscheinungen bei assistierenden Ärzten, die zu unruhigen Armführungen des Roboters und fahrigen Kamerabildern geführt haben, entfalle durch die "Solochirurgie". Der eine Mio. Schilling teure Roboter wurde im kalifornischen Santa Barbara entwickelt. Der Sinn des OP-Roboters bestehe aber nicht darin, Chirurgen "wegzurationalisieren", sondern die Qualität zum Wohle des Patienten zu verbessern. (pte)

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