Kyoto: Dänemark übernimmt die Vorreiterrolle

30. Mai 2001, 20:49
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Parlament stimmt Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu - deutlicher Seitenhieb auf USA

Kopenhagen - Dänemark hat beim Klimaschutz in Europa eine Vorreiterrolle übernommen. Das dänische Parlament billigte am Dienstagabend mit überwältigender Mehrheit das Klimaschutzabkommen von Kyoto und ermächtigte damit die Regierung, den Vertrag zusammen mit den anderen EU-Mitgliedsländern zu ratifizieren. Mit ausdrücklichem Hinweis auf die Ablehnung des Kyoto-Prozesses durch US-Präsident George W. Bush erklärte der dänische Umweltminister Svend Auken am Mittwoch, der Ratifizierungsprozess gehe trotz des Ausstiegs der USA weiter.

Die Abgeordneten in Kopenhagen fassten den Beschluss mit 88 gegen neun Stimmen. "Im Lichte der Zurückweisung des Kyoto-Abkommens durch die amerikanische Regierung ist es umso wichtiger, dass die Länder, die es unterstützen, klar demonstrieren, dass der Kyoto-Prozess weitergeht", sagte Auken am Mittwoch. Es sei von Washington hervorgehoben worden, dass noch kein europäisches Land das Kyoto-Protokoll ratifiziert habe, sagte Auken weiter. Dies sei aus seiner Sicht eine Fehlinterpretation, weil viele Länder das Protokoll umsetzen wollten. Die 15 EU-Länder haben sich darauf geeinigt, das Vertragswerk in einer Zeremonie gemeinsam zu unterzeichnen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

In Kyoto haben sich die Industrieländer - damals zusammen mit den USA - darauf geeinigt, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Kurz nach seiner Amtsübernahme im Jänner verkündete Bush den Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Prozess und löste damit weltweite Kritik aus. Auken sprach sich dafür aus, trotzdem den Dialog mit den USA in Umweltfragen fortzusetzen. (APA/AP)

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