Spaniens Ex-Innenminister nach wenigen Stunden wieder frei

30. Mai 2001, 19:56
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"Offener Strafvollzug", weil keine Fluchtgefahr besteht

Madrid - Wenige Stunden nach seiner erneuten Inhaftierung ist Spaniens früherer Innenminister Jose Barrionuevo am Mittwochabend wieder aus dem Gefängnis entlassen worden. Der 59-jährige Sozialist kommt nach einem Beschluss der Justizverwaltung in den Genuss des offenen Strafvollzugs, da keine Fluchtgefahr bestehe. Er muss sich aber regelmäßig bei den Behörden melden.

Barrionuevo war 1998 wegen illegaler Praktiken bei der Bekämpfung baskischer Terroristen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Auf Grund eines teilweisen Gnadenerlasses der Regierung wurde er damals aber nach dreieinhalb Monaten Haft unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am Morgen hatte der Ex-Minister zunächst eine Zelle in der Haftanstalt "Victoria Kent", dem früheren Frauengefängnis Madrids, bezogen. Der Oberste Gerichtshof hatte am Vortag entschieden, dass er noch die drei Jahre Haft seiner Reststrafe verbüßen müsse. Dies galt auch für seinen damaligen Staatssekretär Rafael Vera, der am Mittwoch aber ebenfalls nach wenigen Stunden wieder entlassen wurde. Seine Reststrafe beträgt zwei Jahre und sieben Monate.

Beide Politiker hatten nach einem Urteil des obersten Gerichtshofs Verbrechen der so genannten Antiterroristischen Befreiungsgruppen (GAL) mit geplant und mit organisiert. Die GAL hatten in den 80er Jahren mutmaßliche Terroristen der baskischen Separatisten-Organisation ETA in Frankreich entführt und ermordet. (APA/dpa)

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