Die Mittel sind beschränkt

31. Mai 2001, 23:34
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Andreas Mailath-Pokorny stellte sich den Kulturschaffenden

Wien - Andreas Mailath-Pokorny (SP) war am Dienstag nicht unbedingt in einer beneidenswerten Situation: Einer Hundertschaft aus Museumsleitern, Schauspieldirektoren und Künstlern aller Sparten, die sich im Ringturm einfanden, um dem neuen Kulturstadtrat zu lauschen, musste er mitteilen, dass die Devise, die der Kollege vom Finanzressort ausgegeben habe, "Sparen!" heißt.

Er werde sich dieser nicht unterwerfen, meinte Mailath, aber ob es gelingen werde, mehr Geld für die Kultur zu bekommen, das werde man erst sehen. Und so konnte der Stadtrat, der Bitten nach Subventionen in anschließenden "bilateralen Gesprächen" zu erörtern versprach, bloß Bekenntnisse abgeben. Er plädierte für eine Verdoppelung des Filmbudgets auf eine Milliarde Schilling und eine ausreichende Dotierung des Rabenhof-Theaters: Er finde es geradezu unmöglich, dass der Bund sich weigere, diese Mittelbühne mitzufinanzieren. Karl Welunschek sei jedoch nicht der einzige interessante Theatermacher in der Stadt: "Es gibt eine reiche Szene, aber nur beschränkte Mittel."

Auch zu den künftigen Leitern der Vereinigten Bühnen und des Josefstadt-Theaters konnte er (noch) nicht viel sagen: Er wolle das Richtige tun, so viel Zeit müsse sein. Das Bett, in das er gelegt wurde, sei von seinem VP-Vorgänger Peter Marboe jedenfalls nicht gemacht worden: "Es steht so viel an!" Was genau, blieb dunkel. Konkret kündigte Mailath, der sich Frauen in Führungspositionen wünscht, die Herausgabe eines Frauenkunstberichts an.

Am Donnerstag wird er erneut sprechen - zum Thema "Wider den schwarz-blauen Kulturkampf". Um 18 Uhr in der SPÖ-Zukunftswerkstätte (Schönlaterngasse 9).
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 5. 2001)

Von
Thomas Trenkler

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