Stagnation in der max. Bundesliga

30. Mai 2001, 20:10
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Weniger Zuschauer, dennoch Zufriedenheit

Wien - Schuld ist die Südstadt, dort geht kein Mensch zu den Spielen von AW Mödling (Schnitt 1529), und prompt fiel der Zuschauerschnitt der max.Liga um rund elf Prozent. Auch wenn übers Jahr zu den 36 Runden 920.038 Zahlende kamen, mit den Besuchern der Ersten Division macht das insgesamt 1,309.088 Zahlende, manche politische Partei hätte gerne so viele Wähler, wenn auch, zugegebenermaßen, am Tag der Wahl und nicht in 36 Teilen (1999: ÖVP: 1,243.627, FPÖ: 1,244.087, SPÖ: 1,532.448, Grüne: 342.260). Bundesliga-Geschäftsführer Reinhard Nachbagauer war deshalb auch nicht unglücklich, argumentierte den Zuschauerschwund auch mit der schwachen Auslastung im Sommer 2000, als die Fans noch von der EM satt waren und die Liga nicht so goutierten. Das neue Tivoli-Stadion bescherte dem FC Tirol (11.668, +43,9 Prozent) einen "Knick nach oben", in der Ersten Division wollte er den Aufsteiger Mattersburg (3716) herausheben, der mitverantwortlich dafür war, dass der Erste-Liga-Schnitt um 70,8 Prozent stieg.

Der Liga-Sponsor max.mobil zeigte sich ebenfalls angetan von seinem Engagement, der errechnete Werbewert von 185 Millionen wuchs um 20 errechnete Millionen (TV- und Print-Präsenz), das Verhältnis zum eingesetzten Kapital sei im Verhältnis vier bis fünf zu eins durchaus gesund und international üblich. Die Livespiele ziehen nach dem Gusto der Liga ebenfalls ausreichend viele Zuschauer an, der Mittelwert entwickelte sich von 374.000 Zuschauer auf 390.000 (ORF), das meistgesehene Livespiel war die Partie Sturm - Tirol (578.000) am 19. 5.

Die Zersplitterung der Spieltermine scheint zu überleben

Das Fernsehen in Österreich hilft freilich in anderer Hinsicht den Klubs vergleichsweise wenig, der TV-Lizenzerlös der höchsten Spielklasse (rund 70 Millionen Schilling) ist rund gleich hoch wie der eines Mittelständlers in der zweiten deutschen Liga. Die Diskussion um die (dem Fernsehen zuliebe erfolgte) Zersplitterung der Spieltermine, die in Deutschland zu einer heftigen Gegenreaktion der Fans führte, ist noch im Gange. Premiere World will laut Nachbagauer ein zweites Livespiel pro Woche, das bei den Mittwoch-Runden zwei Stunden vor dem ORF-Termin (20:30) angesetzt würde, das erste am Dienstag (19:30). Die Dreiteilung am Wochenende in Freitagabend (PW-Live-Spiel), Samstagnachmittag und Sonntag 16:30 (ORF live) scheint zu überleben.

Nachbagauer wiederholte auch den Standpunkt der Liga, dass der vom LASK und der Admira angedrohte Protest gegen die Wertung des Wiederholungsspiels Bregenz - Austria (2:1) grundsätzlich erledigt sei, auch aus dem Fall Mamadow (der Russe hatte einen falschen portugiesischen Pass) könne man nur im Fall der Mitwisserschaft von Sturm, die ja nicht erwiesen sei, eine Benachteiligung der Gegner interpretieren. (DER STANDARD-Printausgabe, Donnerstag, 31. Mai 2001, josko)

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