Investitionsstau bei Ausbau der Bahn

30. Mai 2001, 19:05
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Prioritätenreihung verzögert Bauprojekte

Wien - Die Verbesserung des österreichischen Schienennetzes schreitet heuer weniger rasch voran als ursprünglich vorgesehen. Statt zwölf Mrd. S, die in den vergangenen Jahren jeweils in Neubaustrecken geflossen sind, kann die Schienenfinanzierungsgesellschaft Schig heuer nur rund zehn Mrd. S (0,73 Mrd. EURO) investieren.

"Verschiedene Ausbauvorhaben wurden zurückgestellt, die ÖBB haben einige Erneuerungsvorhaben zur Gänze gestrichen", sagte Schig-Geschäftsführer Helmut Falschlehner am Mittwoch bei einer Tagung des Institute for International Research. Grund für die Verzögerung sei die Entscheidung von Infrastrukturministerin Monika Forstinger, sämtliche Bahnprojekte noch einmal auf ihre Dringlichkeit hin abklopfen zu lassen.

Generalverkehrsplan

Die Prioritätenliste soll mit dem für Spätherbst angekündigten Generalverkehrsplan vorgelegt werden. Allgemein wird erwartet, dass bereits bewilligte, aber noch nicht ausfinanzierte Projekte wie die Verbindung Wien-St. Pölten vorgezogen werden auf Kosten anderer, bereits dotierter Bauvorhaben. Neben dem Westbahnabschnitt zwischen Wien und St. Pölten, für den bereits die Bauverhandlungen positiv abgeschlossen wurden, sind auch Arbeiten an der Güterzugumfahrung St. Pölten, am Lainzer Tunnel und im Raum Graz zurückgestellt worden.

Die Schig, die dem Bund gehört und von diesem zur Aufnahme von Geldern auf dem Kapitalmarkt ermächtigt ist, hat ihren Rahmen von 143 Mrd. S fast zur Gänze ausgeschöpft. Wegen des angestrebten Nulldefizits im Staatshaushalt ist eine Aufstockung dieses Rahmens bis auf weiteres nicht zu erwarten. Falschlehner wies aber darauf hin, dass noch zusätzlich rund 80 Mrd. S benötigt werden, um den derzeit bestehenden "Fleckerlteppich" am Schienennetz zu flicken. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 31.5.2001)

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