AUA-Aufsichtsrat räumt bei Vontobel das Feld

30. Mai 2001, 19:15
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Alain D. Bandle hat Ambitionen in den AUA-Vorstand zu kommen

Wien - Der Schweizer Alain D. Bandle, der von ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz erst im März in den AUA-Aufsichtsrat gehievt wurde, hat Gerüchten zufolge große Ambitionen, in den AUA-Vorstand zu kommen. Der Grund: Spätestens Ende September verlässt er seinen bisher letzten Arbeitgeber, die Vontobel Bank. Dort sei er derzeit "am Aufräumen", teilte er dem Standard mit.

Zu einem möglichen Wechsel in den AUA-Vorstand will er "im Moment keine Stellungnahme abgeben", die Frage sei aber "lustig". Keine Auskunft zu Gerüchten möchte auch Ralf Teckentrup, bei der Lufthansa für das Netzwerkmanagement zuständig, geben. Auch er wurde als möglicher AUA-Vorstand gehandelt, nachdem die ÖIAG (sie hält 39,7 Prozent an der AUA) das amtierende Vorstandsduo Herbert Bammer und Mario Rehulka mit Jahresende vorzeitig loswerden will. Dazu bedarf es aber noch der Zustimmung des Aufsichtsrates. Aus der Umgebung Teckentrups war zu hören, dass er kein Interesse habe, nach Wien zu übersiedeln.

"Pendler"

Bandle, der in den vergangenen 16 Jahren acht Jobs absolvierte, bekam von den AUA-Aktionären bereits bei der Hauptversammlung im März den Beinamen "Pendler". Die ÖIAG stellte ihn noch im März als Vorstandsvorsitzenden der "y-o-u Swiss Privat Banking AG", Vontobel Group, vor. Doch bereits am 27. Februar, kurz vor dem geplanten Start, wurde das Projekt You abgebrochen. Schweizer Medien berichteten bereits Anfang März über "das Debakel um die Internet- Bank You".

Der Zürcher Privatbank Vontobel kostete das Projekt You umgerechnet fast 2,3 Mrd. S, was den Gewinnzuwachs der Bank zunichte machte. Drei hochrangige Manager der Vontobel-Gruppe wurden fristlos entlassen. Sie sind aus Sicht des Verwaltungsrates ihren Pflichten nicht nachgekommen und ließen das Projekt aus dem Ruder laufen. In der Schweizer HandelsZeitung fragte man sich bereits am 9. Mai 2001 warum Alain Bandle, der Chef von You, so ungeschoren davonkam. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 31.5.2001)

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