Mögliche Hinweise auf Mord an 18-jähriger Steirerin in Südtirol

30. Mai 2001, 16:32
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Verdächtiger im Zusammenhang mit Fall von 1999 gefunden

Bozen/Innsbruck - Der im Zusammenhang mit dem Mord an der 32-jährigen Norditalienerin Michela de Villa in Südtirol verhaftete Manfred M. (36) könnte auch in den Fall der ermordeten Grazerin Ulrike Reistenhofer vom August 1999 verwickelt sein. Laut "Tiroler Tageszeitung" wurde der mutmaßliche Mörder de Villas von den Fahndern schon damals verhört. Das Alibi des Verdächtigen sei aber von einem Freund bestätigt worden, und die Ermittlungen wären daraufhin eingestellt worden. Ulrike Reistenhofers Mörder ist bis heute unbekannt.

Schon 1986 soll der 36-jährige Bozner im Südtiroler Eisacktal versucht haben, zwei kleine Mädchen zu missbrauchen. 1989 habe er erneut eine junge Frau sexuell belästigt, hieß es weiters in der "Tiroler Tageszeitung". In der Schweiz sei er zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Laut Anklage hat er eine 20-jährigen Frau vergewaltigt. Wenige Tage vor der Ermordung Reistenhofers sei M. aus dem Gefängnis entlassen worden.

Die Steirerin hatte 1999 in Zürich an der Love-Parade teilgenommen. Wie die Ermittlungen von Staatsanwalt Markus Mayr ergaben, war die 18-jährige am 9. August mit dem Zug auf der Rückfahrt von Zürich nach Graz unterwegs. Wo und wann sie ihren Mörder getroffen hatte, ist bis heute ungeklärt. Bisher konnte auch nicht erhoben werden, warum und wie das junge Mädchen damals ins Pustertal gekommen ist. Bei der Leiche wurden keine Papiere gefunden, und sie konnte vorerst nicht identifiziert werden.

Alibi wurde bei damaligen Ermittlungen von einem Freund bestätigt

Der Bozner Staatsanwalt Markus Mayr soll prüfen, ob Manfred M. auch für den Reistenhofer Mord verantwortlich ist. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Mordfall Reistenhofer vor drei Jahren war nämlich auch Manfred M., der mutmaßliche Mörder von Michela de Villa, verhört worden. Sein Alibi wurde damals jedoch von einem Freund bestätigt, sodass die Ermittlungen gegen den Mann eingestellt wurden. Jetzt würden die Staatsanwälte die damaligen Aussagen von M. und seinem Bekannten erneut überprüfen. Möglicherweise hatten Reistenhofer und M. einander im Zug kennengelernt. (APA)

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