Länder wollen eingesparte Mittel weiter Familie widmen

30. Mai 2001, 16:10
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Allerdings "individuelle Lösungen" - Minister kündigt weitere Maßnahmen zur Familienförderung an

Graz - Jene Mittel, die sich die Bundesländer mit der Einführung des bundesweiten Kinderbetreuungsgeldes mit 1. Jänner 2002 ersparen, werden weiterhin zweckgewidmet für Familienbelange eingesetzt werden. Dieses Ergebnis verlautete am Mittwoch Sozialminister Herbert Haupt (F) nach einer Konferenz der Landesfamilienreferenten in Graz. Der Einsatz der Mittel werde aber unterschiedlich nach Ermessen der Länder erfolgen.

Laut Haupt werden sich die Bundesländer 450 Millionen Schilling (32,7 Mill. Euro) ersparen, die sie bisher für Nicht-Karenzgeldbezieher aufgewendet haben. Diese Mittel sollen wieder für die Familien bestimmt sein, wobei es bei der Vergabe "individuelle Lösungen" geben werde, sagte der Minister. Die oberösterreichische Landesrätin, Ursula Haubner (F), hatte dazu am Mittwoch angeregt, besonders bei Mehrlings- und Frühgeburten Hilfestellungen zu leisten.

Haupt, der bei dieser Gelegenheit verkündete, dass die Geburtenrate im März im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent gestiegen sei, will neben dem finanziellen Part weitere Maßnahmen der Familienförderungen im ideellen Bereich setzen. U.a. kündigte der Minister die österreichweite Fortführung einer oberösterreichischen Studie der Akademie der Wissenschaften an, die die Voraussetzungen für das "Ja" zum Kind untersucht. Laut dem oberösterreichischen LHStv. Franz Hiesl (V) habe sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als die zentrale Frage herauskristallisiert.

Sozialminister Haupt kündigte weiters die Einrichtung einer Koordinationsstelle für Familienangelegenheiten in seinem Ministerium an, die sich um europäische und innerösterreichische Belange kümmern soll. Zudem soll das Audit für familienfreundliche Betriebe ausgeweitet werden.

Weitere Themen der Konferenz waren die sozialrechtliche Absicherung für Tagesmütter, die österreichweite Vernetzung des Familienpasses für Vergünstigungen im Freizeit- und Kulturbereich sowie die Möglichkeiten, wie der Bund auf flexiblere Öffnungszeiten von Kindergärten einwirken könnte. (APA)

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