Mehr Geld im neuen Job

14. November 2001, 13:03
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Gehaltsvorstellungen taktisch vermitteln - 20 Prozent mehr sind üblich

Bei der Suche nach einer verantwortungsvolleren und interessanteren Position steht für viele Bewerber auch der Wunsch nach einem höheren Gehalt im Vordergrund. Viele scheuen sich vor der Frage nach zukünftigen Gehaltsvorstellungen, einerseits aus Angst sich unter ihrem Preis zu verkaufen, andererseits sich mit zu hohen Forderungen ins Aus zu katapultieren.

Geld für Leistung

Für Personalverantwortliche stellt das Gehalt nur den Rahmen der zukünftigen Tätigkeit dar. Entscheidend sollten für jeden Kandidaten die Inhalte sein, nicht das Geld. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Argumentationslinie, dass Ihre Arbeitsleistungen von Anfang an ein Gewinn für das neue Unternehmen sein werden und Sie Ihren Preis voll und ganz wert sind. Da deutlich werden soll, dass Sie aufsteiegen möchten, also mehr Verantwortungs- und Gestaltungsmöglichkeiten in einer neuen Position suchen, sollte die neue Stelle auch besser bezahlt sein.

20 Prozent mehr

Als Richtschnur gilt: Verlangen Sie etwa 20 Prozent mehr Brutto-Jahresgehalt. Argumentieren Sie immer mit Brutto-Jahresgehältern. Wenn Sie Monatsgehälter angeben, haben Sie noch nicht die Anzahl der Monatsgehälter geklärt. Ebensowenig haben Sie Sonderleistungen und Begünstigungen einbezogen.

Fragen zur Errechnung des eigenen Gehalts

  • Erhalten Sie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld?
  • Stellt man Ihnen einen Dienstwagen zur Verfügung?
  • Erhalten Sie vermögenswirksame Leistungen?
  • Hat Ihre Firma für Sie Zusatzversicherungen abgeschlossen?
  • Kommen Sie in den Genuss von Firmenrabatten?
  • Erhalten Sie kostengünstiges Mittagessen in der Kantine?
  • Wie sind die Reisekostenvergütungen bemessen?
  • Gibt es eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge?
  • Erhalten Sie Zusatzvergütungen für den Außendienst?
  • Werden Überstunden ausbezahlt?
  • Welche Weiterbildungskosten werden übernommen?

Wenn Sie Ihr momentanes Jahresgehalt komplett erfasst haben, verfügen Sie über eine Basis zur Ermittlung Ihres Wunschgehalts. Durch einen 20-prozentigen Aufschlag, können Sie nun grob das Gehalt errechnen, das Sie bei einem Stellenwechsel erzielen wollen.

Unternehmens- und branchenübliches Gehalt

Nachdem Sie Ihr derzeitiges Gehalt ermittelt haben, sollten Sie Informationen über den Gehaltsrahmen der neuen Stelle einholen. Informieren Sie sich über die in Ihrer Branche und der von Ihnen angestrebten Position gezahlten Gehälter.

Gehaltsvorstellungen im Anschreiben

Viele Stellenanzeigen fordern auf, sich mit fixen Gehaltsvorstellungen zu bewerben. Dieser Bitte sollte man unbedingt nachkommen. Nennen Sie diese aber erst am Ende Ihres Schreibens mit den schlichten Worten "Meine Gehaltsvorstellung beträgt 500.000 Schilling Brutto-Jahresgehalt".

Wenn Sie noch nicht wissen, was in der neuen Position auf Sie zukommt, können Sie auch einen Gehaltsrahmen angeben. Wenn zuviele Unklarheiten über die zukünftige Stelle vorhanden sind, empfiehlt sich der Satz: "Zu meinen genauen Gehaltsvorstellungen möchte ich mich erst nach weitergehenden Informationen über die ausgeschriebene Position äußern." Nennen Sie jedoch nie Ihr letztes Jahrsgehalt als Orientierung. Das wirkt unprofessionell und lässt Zweifel an Ihrer Verschwiegenheit und Integrität aufkommen.

Wenn die Angabe einer Gehaltsvorstellung nicht gefordert wird, halten Sie sich bedeckt. (red/ Quelle: Überzeugen mit Anschreiben und Lebenslauf)

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