Starke Schmerzen, Erbrechen, Blut im Urin: Symptome der Harnleiterkolik

30. Mai 2001, 15:12
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Universität Bonn entwickelt neue Untersuchungsmethode

Bonn - Starke Schmerzen, Erbrechen, Blut im Urin - die Symptome einer Harnleiterkolik sind dramatisch. Ursache ist zumeist ein kleiner Stein, der sich in den Harnwegen gebildet hat und den Harnleiter verstopft. Ein an der Universität Bonn entwickelter Test kann klären, ob eine Erkrankung des Verdauungssystems Grund für die Harnsteinbildung ist, hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Abteilung für experimentelle Urologie der Universität Bonn.

Grad der Betroffenheit

Vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe des Lebens an Harnsteinen. Jährlich werden allein in Deutschland bis zu 400.000 Erkrankungsfälle registriert. Offenbar sind Über- und Fehlernährung wichtige Auslöser, denn in Notzeiten gab es die Krankheit viel seltener. Das betrifft besonders die Kalziumoxalat-Steine, immerhin 75 Prozent aller gefundenen Harnsteine. Eine spezifische Ernährungsumstellung auf oxalatarme Kost kann in einem solchen Fall die Steinbildung verhindern.

Bei vielen Patienten ist außerdem die Aufnahme (Absorption) von Oxalat durch das Verdauungssystem erhöht, wodurch sich vermehrt Harnsteine bilden können. Oxalat-Absorptionsmessungen waren bisher allerdings nur mit radioaktiv markiertem Oxalat möglich und konnten wegen des Strahlungsrisikos nur für Forschungszwecke eingesetzt werden.

Neue Messmethode

Die Wissenschafter um Dr. Gerd von Unruh und Dr. Albrecht Hesse von der Universität Bonn haben jetzt einen neuen Test zur Messung der Oxalatabsorption im Darm entwickelt. Dabei wird den Patienten eine nicht-radioaktive Oxalat-Variante (13C2-Oxalat) verabreicht, die sich nur durch ihr Gewicht von natürlichem Oxalat unterscheidet. Die Fachleute können so erstmals ohne Einsatz radioaktiver Substanzen feststellen, ob das mit dem Harn abgegebene Oxalat mit der Nahrung aufgenommen oder vom Körper selbst gebildet wurde.

Unruh und Hesse empfehlen den Test bei allen Patienten, die unter häufig wiederkehrenden Kalziumoxalat-Steinen leiden. Auch zur Erfolgskontrolle einer Therapie kann der Test eingesetzt werden - beispielsweise bei Patienten mit häufiger Steinbildung auf Grund von Begleiterkrankungen wie Morbus Crohn oder Mukoviszidose. (APA)

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