Rindfleischpreise für Bauern noch immer im Keller

30. Mai 2001, 14:57
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Verbrauch jedoch fast normalisiert

Wien - Während sich der Rindfleischkonsum erholt hat und die Konsumentenpreise auf üblichem Niveau liegen, bekommen die Bauern nach wie vor um bis zu 20 Prozent weniger für ihre Rinder bezahlt als vor einem Jahr. Auch das Preisniveau in Europa beginne sich nach den Transportbeschränkungen auf Grund der Maul- und Klauenseuche (MKS) wieder langsam nach oben zu bewegen und sei um 5 Prozent gegenüber April gestiegen, sagte der Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing, Stephan Mikinovic, am Dienstag Abend bei einer Pressekonferenz.

Lager sind voll

Auf der Angebotsseite liegen die derzeitigen Preise zum Beispiel bei Stieren bei rund 34 S je kg, also 2 bis 3 S über bayrischem Preisniveau, so die AMA. Derzeit gebe es ein Überangebot am Markt, die Interventionslager seien voll. Damit werde derzeit auch Fleisch aus den Lagern angeboten, was die Marktsituation weiter verschärfe, so der AMA-Experte.

Vertrauen der Konsumenten in österreichisches Rindfleisch sei wieder hergestellt

Es sei daher "dringend notwendig", die Rindfleischpreise für österreichische Bauern wieder rasch anzuheben, um nicht die Existenz einer ganzen Bevölkerungsgruppe in Frage zu stellen. Das Vertrauen der Konsumenten in Rindfleisch sei jedenfalls wieder hergestellt, zeigt sich Mikinovic zufrieden. In einer aktuellen Studie haben laut AMA fast die Hälfte der Befragten angegeben, zumindest einmal die Woche Rindfleisch zu essen.

Imagestärkung

Um die Qualität österreichischen Rindfleisches wieder zu unterstreichen, hat die AMA Marketing gemeinsam mit dem Fachverband Gastronomie die Initiative "Tafelspitz & Co" gestartet. Dabei werden sich rund 2.500 österreichische Gastwirte von Juni bis Dezember für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für österreichische Rindfleischqualität einsetzen und ihren Gästen speziell Rindfleischgerichte anbieten. Das Projekt soll auch Impuls sein, die Partnerschaft zwischen Land- und Gastwirten wieder zu verstärken, so die AMA.

Tafelspitz und Co

Für Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann stelle diese Initiative einen "Qualitätsschub im Fleischbereich" dar, ähnlich der Qualitätsverbesserung im heimischen Tourismus in den vergangenen Jahren. Österreich bewege sich wieder in Richtung "Rindfleischland", und das sei "der richtige Weg", sagte Rossmann bei der Präsentation des Projektes "Tafelspitz & Co". Nähere Informationen zu Tafelspitz & Co(APA)

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