OGH-Urteil: Mobilfunkstrahlung gefährde Gesundheit

30. Mai 2001, 13:52
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Kitzbühler Sachverständiger gewann in letzter Runde Rechtsstreit mit Max.Mobil

Der Kitzbühler Sachverständige Wulf-Dietrich Rose hat im Rechtsstreit mit dem österreichischen Mobilfunk-Unternehmen Max.Mobil in letzter Instanz gewonnen. Rose, auch Vorstandsmitlgied der Internationalen Gesellschaft für Elektrosmogforschung (IGEF), teilte am Mittwoch mit, dass er laut Entscheid des Obersten Gerichtshofes weiter behaupten dürfe, Mobilfunk sei gesundheitsschädlich und erbgutschädigend.

"Gutachten gefährdet Netzausbau"

Max.Mobil hatte Rose vorgeworfen, auf Grund seiner Vorträge und Gutachten, geplante Mobilfunk-Stationen nicht errichten zu können. Das Unternehmen habe wegen Roses Gutachten auch bereits bestehende Sendanlagen wieder abbauen müssen, so dass laut der Klage von Max.Mobil "der erforderliche Netzausbau weit hinter dem erforderlichen Maß zurückbleibt".

Unterlassungsanträge wurden abgelehnt

Der Antrag von Max.Mobil auf Unterlassung solcher Behauptungen war vom Landesgericht Innsbruck in erster Instanz und in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Innsbruck abgewiesen worden. Gegen beide Urteile hatte Max.Mobil Berufung eingelegt.

Strahlung wirkt sich negativ auf die Erbinformation aus"

Rose habe seine Behauptungen durch Forschungsarbeiten belegt. "Mobilfunkstrahlung stellt ein gesundheitliches Risiko für die anrainende Bevölkerung dar, die Strahlung wirkt sich negativ auf die Erbinformation aus und führt zu diversen Gesundheitsschäden wie etwa auch Gehirntumor, Krebs und Missbildungen bei Neugeborenen", hatte Rose argumentiert.

"Müdigkeit, Unwohlsein und Konzentrationsschwäche"

"Zahlreiche Studien belegen, dass Mobilfunk die Gehirnaktivität verändert, den Schlaf stört, die Reaktionszeit verändert, die Funktion der Blut-Hirn-Schranke einschränkt, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Gedächtnisverlust bewirkt, die Spermienzahl verringert, DNA-Stränge bricht, die Zellperforation erhöht, den Blutdruck steigen lässt, Herzschrittmacher beeinflusst und das Krebsrisiko erhöht, insbesondere Gehirntumor bei Menschen," hatte Rose weiters betont. Der Mobilfunkgutachter aus Reith bei Kitzbühel hatte bereits seit Jahren gegen Mobilfunk-Sendestationen in Wohngebieten gekämpft. (APA)

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