Wie Berge zu ihren Namen kommen

30. Mai 2001, 13:55
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... das kann zum Thema der Soziologie werden - und einer Konferenz

Graz - Unter dem Motto "Nomen est Omen" steht die Konferenz "Im Namen der Berge" ab Donnerstag in der steirischen Ramsau am Dachstein. Bis inklusive Sonntag, 3. Juni, werden sich in der u.a. von der Österreichischen UNESCO-Kommission in Wien geförderten Veranstaltung Vortragende aus allen Teilen der Welt mit der Frage der Namensgebung für Berge beschäftigen. Mittelfristig soll in der Ramsau ein "Weltmuseums der Berge" errichtet werden, so der Organisator der Konferenz und Wiener Kulturwissenschafter Herbert Arlt.

Aus u.a. Kamerun und Südafrika, Bulgarien der Türkei sind die Vortragenden angereist, die in den kommenden vier Tagen über die internationalen Gemeinsamkeiten und Besonderheiten bei der Benennung von alpinen Gipfeln diskutieren: "Alte und neue Namen afrikanischer Berge" oder die soziolinguistische Beschreibung der Namen bulgarischer Landschaftserhebungen (1. Juni, ab 14.00 Uhr) stehen ebenso am Programm wie die Frage nach der Benennung von Anhöhen in der Bibel ( 2. Juni, 10.30 Uhr) oder die Umbenennungen von Bergen in Kärnten (ab 17.00 Uhr).

Berücksichtigung findet am Freitag aber auch das Motiv der Berge in der Sprache und den Bildern in österreichischen Heimatfilmen (16.30 Uhr), die Berge als Reflexionsgegenstand der bildenden Kunst (20.00 Uhr) bis hin zum Sonntag, an dem auch noch über die Berge als Symbole in der Literatur im Flachland Ungarn (11.30 Uhr) referiert werden wird.

Unter Förderung der Gemeinde Ramsau und erhofften Förderungen von einem guten Dutzend weiterer Einrichtungen und Organisationen soll im August 2002 im Rahmen des weltweiten UNO-Jahres der Berge in der Ramsau auf 1.700 Meter Höhe ein "Weltmuseum der Berge" eröffnet werden. Zusätzlich ist eine "Weltausstellung der Berge" und eine "Galerie der Berge" auf 2.700 Metern geplant. Erste Pläne werden im Rahmen der Konferenz präsentiert werden. Das Gebäude für das Weltmuseum wurde vom Bergsteiger Hans Walcher zur Verfügung gestellt. Die Dachstein Seilbahn soll die Örtlichkeiten für die Weltausstellung und die Galerie anbieten. "Das Substantiv "Welt" orientiert sich im Projekt-Zusammenhang an all jenen Konzeptionen von Weltkultur, die wie bei Goethe vor allem die neuen Möglichkeiten der Begegnungen zwischen Menschen in das Zentrum der Überlegungen stellen", so Arlt. (APA)

Konferenz "Die Namen der Berge"

Hotel Dachstein, Schildlehen 75, in 8972 Ramsau am Dachstein.

Vom 31.5.-4.6.2001

Veranstalter: Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse.

Konferenzgebühr: 400 Schilling für alle Tage, bzw. 120 Schilling pro Tag.

Das Tagungsprogramm
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