Turbo-Enzym verwandelt Zellulose in Benzinzusatzstoff

30. Mai 2001, 12:41
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Deutliche Kostensenkung bei Biosprit ermöglicht

Colorado - Ein Prozess in der Ethanolproduktion könnte die Kosten für erneuerbare Brennstoffe aus pflanzlicher Biomasse signifikant senken. Forscher der University of Colorado haben eine Technik entwickelt, mit der die Herstellung großer Mengen von billigen, hocheffizienten Enzymen für die Umwandlung von Pflanzenzellulose in Ethanol möglich ist. "Eine fundierte Bio-Brennstoff-Industrie könnte die US-Landwirtschaft stärken und die Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren", so die Forscherin Kathleen Danna von der Uni Colorado.

Ethanol, auch bekannt als Ethylalkohol, ist ein sauber verbrennender Brennstoff. Er dient in den USA, hauptsächlich in stark umweltbelasteten Wintermonaten, als Zusatzstoff für Benzin. Zurzeit wird die Substanz - in der Verwendung als Zusatzstoff – hauptsächlich aus Maisstärke und nicht aus Zellulose gewonnen. Maisstärke könne aber den Anforderungen nicht gerecht werden, sollte Ethanol der hauptsächliche Treibstoff im Verkehr werden, so Danna.

Zellulose ist das wesentliche Strukturmaterial in Pflanzenzellen. Es besteht aus Zuckerketten und muss für die Herstellung von Ethanol in seine kleineren Segmente gebrochen werden. Möglich macht dies das Enzym Zellulase. Eine anschließende Fermentation schließt den Umwandlungsprozess in Ethanol ab. "Organismen, die diese Enzyme synthetisieren, sind schwer zu züchten. Für eine industrielle Anwendung werden große Mengen benötigt", betonte die Forscherin. Um die Quantität zu steigern, injizierten die Forscher Gene bestimmter enzym-produzierender Bakterien in Pflanzen. "Wie das Enzym Zellulase bildeten die Pflanzen daraufhin das Gen, dies allerdings in großen Mengen".

Eines dieser Bakterien wurde erst kürzlich im Yellowstone National Park von Forschern des National Renewable Energy Laboratory in Golden entdeckt. Sie können nach Meinung der Wissenschaftler in eine Reihe verschiedener Pflanzen wie Tabak oder Getreide eingesetzt werden. "Die zunehmende Verwendung von Biotreibstoffen auf Kosten von Petroleum würde von ökologischem Vorteil sein", resümierte Danna. Ihre Leistungen wurden vom Konsortium for Plant Biotechnology Research (CBPR) mit 40.000 Dollar honoriert. Das CBPR verwendet universitäre biotechnologische Forschung für industrielle und gesellschaftliche Zwecke. Seit 1989 hat die Einrichtung mehr als 240 Forschungsprojekte mit über 30 Mio. Dollar unterstützt. (pte)

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