Tod am Berg

30. Mai 2001, 19:03
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93 Menschen starben vergangenes Jahr in den Schweizer Alpen

Bern/Wien - 93 Personen sind vergangenes Jahr in den Schweizer Alpen ums Leben gekommen. 1.350 Menschen beanspruchten die Bergrettung, heißt es im Jahresbericht 2000 des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Im Vergleich zum Vorjahr sind das sieben Prozent weniger. Die Statistik wurde heute, Mittwoch, veröffentlicht.

Bei 83 Unfällen sind vergangenes Jahr 93 Personen tödlich verunglückt, gegenüber 1999 mit 115 Bergtoten um 19 Prozent weniger. 63 der Getöteten waren Schweizer, 30 Ausländer. Die meisten Todesopfer (25 Prozent) waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Bemerkenswert sei laut SAC, dass nur zehn Frauen (elf Prozent) in den Schweizer Bergen tödlich verunglückt sind.

Gefährliches Wandern

Bergwandern führt mit 38 Toten (41 Prozent) die Statistik an. 1999 waren es nur 27 gewesen. 30 Todesfälle wurden durch Sturz verursacht. Markant tief sei dabei der Anteil der getöteten Ausländer, so der SAC. Mit acht Prozent liegt er weit unter dem Ausländer-Anteil von 32 Prozent bei allen tödlich Verunglückten.

Die tödlichen Hochtourenunfälle mit 23 Personen (25 Prozent) hätten gegenüber 33 Personen (29 Prozent) im Jahr 1999 deutlich abgenommen, heißt es. Grund sei das schlechte Wetter im Juli mit Schnee bis unterhalb 2.000 Meter gewesen. 19 Alpinisten verloren durch Sturzunfälle ihr Leben. Auffallend sei hier der hohe Ausländeranteil (70 Prozent), so der SAC.

Im Jahr 2000 starben zwölf Personen bei Skitouren, 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Lawinenabgänge waren die häufigste Todesursache. Eine Person kam bei einem Gletscherspaltenunfall ums Leben. Andere Ursachen waren ein Wechtenabbruch und Stürze.

Freier Fall

Elf Personen (1999: zehn) verunglückten bei Fahrten im freien Gelände tödlich. Acht von ihnen kamen bei Lawinenunfällen ums Leben. Andere starben an Folgen von Stürzen und Erschöpfung.

Bei den 1.350 Bergnotfällen verzeichneten vor allem die Skitouren (plus 28 Prozent) und das Eisfallklettern (plus 33 Prozent) eine Steigerung. Leichte Zunahmen gab es beim Bergwandern (plus zwei Prozent) und Felsklettern (plus vier Prozent). Demgegenüber hätten sich laut SAC bei den Hochtouren (minus 18 Prozent), bei den Variantenabfahrten (minus 19 Prozent) und bei der Kategorie "Andere Bergsportarten (minus 75 Prozent) deutlich weniger Unfälle ereignet. (APA/sda)

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