Telekom Austria im Festnetz mit Umsatzminus

30. Mai 2001, 11:49
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EBITDA im Internet auf minus 2,3 Millionen Euro - Analysten halten positives Nettoergebnis für 2002 möglich

Die börsenotierte Telekom Austria-Gruppe (TA AG, Mobilkom Austria-Gruppe, Datakom, Jet2Web Internet), die am Mittwoch, detaillierte Zahlen für das erste Quartal 2001 bekannt gegeben hat, weist im Festnetzbereich, der rund 60 Prozent zum Umsatz beiträgt, bei einem Umsatzrückgang eine Stagnation beim Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) auf.

Verschärfter Wettbewerb

Durch den verschärften Wettbewerb sank der Umsatz der Gruppe im Festnetzbereich um 6,3 Prozent auf 638,8 Mill. Euro (8,79 Mrd. S), das EBITDA stagnierte "auf Grund der erfolgreichen Kostensenkungsmaßnahmen" mit 210 Mill. Euro auf dem Niveau des ersten Quartals des Vorjahres, teilte die TA in einer ad-hoc-Aussendung mit.

Umsatz im Mobilfunkbereich stieg auf 411,9 Millionen Euro

Im Mobilfunkbereich, der die Aktivitäten der Mobilkom Austria in Österreich, Kroatien und Slowenien umfasst, stieg der Umsatz um 21,5 Prozent auf 411,9 Mill. Euro, das EBITDA erhöhte sich um 32,8 Prozent auf 159 Mill. Euro.

Im Segment Datenkommunikation stiegen die Umsätze - vor allem durch das Wachstum bei Produktbündeln und Enterprise Solutions - um 10 Prozent auf 73,6 Mill. Euro, das EBITDA reduzierte sich hingegen "durch geänderte konzerninterne Verrechnungspreise" von 15,1 Mill. Euro auf 7,9 Mill. Euro.

Umsatz im Internet gestiegen - EBITDA gesunken

Im Internetgeschäft, das erstmals in Form eines eigenen Geschäftssegments dargestellt wurde, stieg der Umsatz von 12,9 Mill. Euro auf 18,5 Mill. Euro, das EBITDA drehte von 3,2 Mill. Euro auf minus 2,3 Mill. Euro ins Minus.

Analysten sehen TA auf Kurs

"Das Telekom Austria-Schiff kommt langsam auf Kurs, die Restrukturierungsmaßnahmen beginnen zu greifen", kommentierte CA IB-Analyst Peter Breyer die veröffentlichten Detailergebnisse zum 1. Quartal 2001 der Telekom Austria (TA). Die TA-Aktie zeigte sich von den Quartalsergebnissen im Vormittagshandel relativ unbeeindruckt und fiel heute Vormittag leicht um 0,3 Prozent auf 6,78 Euro.

Statt negativer Prognosen positives Nettoergebnis

Dass die Gruppe mit 10,3 Mill. Euro (142 Mill. S) Quartalsüberschuss ein positives Nettoergebnis erzielen konnte, sei überraschend gewesen, eigentlich sei ein negatives Ergebnis erwartet worden, betonte Breyer. Dass sich für das Gesamtjahr 2001 schwarze Zahlen ausgehen, sei aber zu bezweifeln, so Breyer. Es sei damit zu rechnen, dass die TA das durch die Restrukturierungsmaßnahmen gewonnene Geld wieder in Marketingmaßnahmen investieren werde. Vor allem im Festnetzbereich werde die TA künftig agressiver agieren, da es noch immer Marktanteilsverluste gebe.

"Erfolg ist der positive Quartalsüberschuss"

Als Erfolg hervorzuheben sei der positive Quartalsüberschuss, meinte auch Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny. Im Gesamtjahr 2001 werde die TA allerdings noch Verluste schreiben, für das Jahr 2002 scheine hingegen ein positives Nettoergebnis möglich, schätzt Sveceny. "Im Festnetzbereich konnten die Marktanteilsverluste durch Kostensenkungsmaßnahmen ausgeglichen werden, die EBITDA-Marge verbesserte sich überraschenderweise sogar geringfügig auf 32,9 Prozent", meinte der Erste-Analyst.

Internet als Hoffnungs- und Wachstumsbereich

Der Internetbereich liefere zwar noch keine positiven Ergebnisbeiträge, sei aber ein Hoffnungs- und Wachstumsbereich, stellte Sveceny fest. Die gute Entwicklung im Mobilfunkbereich sei u.a. auf die erfolgreichen Akquisitionen in Slowenien (si.mobil) und Kroatien (VIPnet) zurückzuführen.

Auch die detaillierten TA-Quartalszahlen seien gut, das Unternehmen liege im Plan, meinte RZB-Analystin Margit Moritz auf APA-Anfrage. Wenn sich der Markt konform entwickle, müsste sich das für 2001 geplante EBITDA-Ziel "auf jeden Fall ausgehen". (APA)

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