Verbraucherschützer warnen vor Einkauf im Internet

30. Mai 2001, 12:30
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In Deutschland wurden Kundendaten an Dritte weitergegeben

Der Handel und Einkauf über das Internet birgt für Verbraucher erhebliche Risiken. Unter anderem reichten Anbieter in vielen Fällen Kundendaten unerlaubt an Dritte weiter oder schränkten ihre Haftung unzulässig ein, kritisierte der Verbraucherschutzverein (VSV)in Berlin. Andere wiederum behielten sich Preiserhöhungen nach Vertragsabschluss vor oder wollten die Portokosten für die Rücksendung fehlerhafter Ware auf den Kunden abwälzen.

Im letzten Jahr 750 Abmahnungen und 118 Klagen

Insgesamt ging der VSV im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit 750 Abmahnungen und 118 Klagen gegen unlautere Werbung und kundenfeindliche Geschäftsbedingungen von Herstellern, Handels- und Dienstleistungsunternehmen vor.

Telefongesellschaften wegen unzulässiger Gebühren abgemahnt

Dem Bericht zufolge wurden unter anderem Telefongesellschaften wegen unzulässiger Gebühren für die Auflösung von Kundenkonten oder die Deaktivierung einer Mailbox abgemahnt. Darüber hinaus gingen die Verbraucherschützer in mehr als 60 Fällen gegen Verstöße gegen das neue Fernabsatzgesetz vor, das den Kunden bei Direktabschlüssen per Telefon oder Internet ein Widerrufs- und Rückgaberecht einräumt.

Unseriöse Gewinnspiele von Briefkastenfirmen

In der Praxis werde das Gesetz oft nicht beachtet. Angestiegen sind im vergangenen Jahr demnach auch die Beschwerden über unseröse Gewinnspiele von Veranstaltern, hinter denen immer häufiger Briefkastenfirmen im Ausland stecken. Die Verantwortlichen, die laut VSV oft von Deutschland aus operieren, lassen sich deshalb nur schwer oder gar nicht ermitteln.

Telefax-Werbung heftig umstritten

Problematisch ist laut VSV auch die sittenwidrige Telefax-Werbung. Da die Werbefaxe in der Regel keine Absender-Kennung enthalten und die Verbraucherschützer gegenüber der Regulierungsbehörde für Telekommunikation keinen Auskunftsanspruch haben, sei den Verantwortlichen nur mit Mühe auf die Spur zu kommen. Der VSV gehört neben der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) und der Stiftung Verbraucherinstitut (VI) zum Verbraucherzentrale Bundesverband. (APA/AFP)

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