Hoteliers erreichen Senkung des Kreditkarten-Disagio

30. Mai 2001, 13:48
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Erstmals unter zwei Prozent - 305 Millionen Schilling Ersparnis für Hotellerie

Wien - Die Österreichisch Hoteliervereinigung (ÖHV), der 1.000 Hotelbetriebe angehören, und die Einkaufsgenossenschaft für das Hotel- und Gastgewerbe (hogast), die über rund 500 Mitgliedsbetriebe verfügt, haben erstmals eine Senkung der Kreditkarten-Disagiosätze auf unter 2 Prozent bei Visa und Mastercard erreicht. Der dementsprechende Kooperationsvertrag wurde mit der Abrechnungsgesellschaft für Kredit- und Zahlungskarten B+S Card Service geschlossen, die in Besitz verschiedener deutscher Banken ist, teilte die ÖHV am Mittwoch mit.

Das "Durchbrechen der Schallmauer" sei möglich gewesen, da bei den Verhandlungen mit der Bank alle 1.500 Mitgliedsbetriebe der ÖHV und hogast mit einem Jahresumsatz von 120 Mrd. S (8,72 Mill. Euro) als Berechnungsgrundlage genommen wurden. Die Ersparnis für die Hotellerie betrage durch die Senkung 305 Mill. S (22,2 Mill. Euro). Ein Hotelbetrieb mit 120 Betten erspare sich mit dem neuen Vertrag rund 40.000 S Kreditkarten-Disagiogebühren pro Jahr.

Beschwerde bei der EU-Kommission

Die ÖHV hatte sich im Vorfeld der Verhandlungen bei der EU-Kommission über die hohen Disagiosätze in Österreich beschwert und intensive Lobbying-Aktivitäten gestartet. Die Abwicklung der Kreditkartengeschäfte über das Ausland sei seit kurzem möglich, da die sogenannten Acquiring-Bestimmung gelockert wurde.

Der Disagio-Satz für Visa- und Mastercard-Aktionen liege laut Vertrag ab einem Jahresumsatz von 7,5 Mill. S bei 1,95 Prozent, bei einem Umsatz zwischen 5 und 7,5 Mill. S bei 1,99 Prozent. Die Disagio-Sätze liegen im Tourismus nach ÖHV-Angaben derzeit durchschnittlich - je nach Umsatzvolumen - zwischen 3,8 und 2,7 Prozent.

Mit der Senkung der Disagio-Sätze soll die Akzeptanz von Kreditkarten im Tourismus erhöht werden. Bei den 1.500 Mitgliedsbetrieben von ÖHV und hogast liege die Akzeptanz erst bei 35 bis 40 Prozent. (APA)

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