amnesty international kritisiert ungleiches Schutzalter für Homosexuelle

31. Mai 2001, 00:31
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Jahresbericht 2001: Österreich diskriminiert Menschen wegen sexueller Orientierung

Wien - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) kritisiert in ihrem jüngsten Jahresbericht erstmals auch das höhere Schutzalter für homosexuelle Männer in Österreich. Anlass ist ein Prozess im vergangenen Jahr, bei dem ein junger Mann wegen einer sexuellen Beziehung zu einem 16-jährigen verurteilt wurde. Im Österreich-Teil des Jahresberichts 2001 gibt es auch heuer wieder Kritik an Misshandlungen durch Polizisten, an schleppenden Verfahren und an Gegenanzeigen der Polizei.

Das höhere Schutzalter stelle "eine einzigartige Legaldiskriminierung homosexueller Männer dar", meint der Generalsekretär von ai-Österreich, Heinz Patzelt. Während für heterosexuelle Paare und lesbische Frauen eine Altersgrenze von 14 Jahren gilt, verbiete der §209 des Strafgesetzbuchs sexuelle Beziehungen von Männern über 19 Jahren mit Männern unter 18 Jahren. ai nehme zwar keinen Standpunkt zur Höhe des Schutzalters ein, setze sich aber gegen einer Diskriminierung von Menschen "allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung" ein, wird in einer Aussendung betont. (APA)

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