Genetisch veränderte Baumwollsamen liefern Speiseöl

30. Mai 2001, 11:13
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Keine gesundheitsschädlichen ungesättigten Fettsäuren - Saatgut ab 2004

Canberra - Wissenschaftlern der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, Baumwollpflanzen genetisch so zu verändern, dass sich aus ihren Samen gesundheitlich unbedenkliches Öl gewinnen lässt. Die Wissenschaftler schalteten dafür Gene des Baumwollsamens gezielt aus, die für die Bildung mehrfach ungesättigter Fettsäuren zuständig sind.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren vertragen keine große Hitze und eignen sich daher nicht zum Kochen. Um Baumwollsaatöl in Fett umzuwandeln, das in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen kann, wird durch ein technisches Verfahren an die ungesättigten Fettsäuren Wasserstoff angelagert. Durch diese so genannte Hydrierung entstehen stabile gesättigte Fettsäuren aber auch Trans-Fettsäuren, die der Gesundheit schaden können. Mehreren klinischen Studien zufolge besteht zwischen dem Verzehr von Trans-Fettsäuren aus gehärtetem Fett und dem Infarktrisiko ein Zusammenhang.

"Wir verhindern die Bildung ungesättigter Fettsäuren von vorneherein, indem wir die dafür verantwortlichen Gene abschalten", erklärt der Genetiker Qing Liu von CSIRO. Eine Hydrierung des Baumwollsaatöls sei dann nicht mehr notwendig: "Öl von unseren verbesserten Baumwollsamen eignet sich zum Kochen, ohne dass es gehärtet werden muss. Produkte, die damit hergestellt werden, sind gesünder, da sie im Gegensatz zu früher keine Trans-Fettsäuren mehr enthalten", ergänzt sein Kollege Allan Green. Erste Feldversuche mit der neuen Baumwollsaat sollen den Wissenschaftlern zufolge im Jahr 2002 beginnen. Ab dem Jahr 2004 könnten verschiedene Variationen der Saat für Anbauer offiziell erhältlich sein, 2005 soll erstmals geerntet werden. "Die ernährungsphysiologische Verbesserung unserer Lebensmittelöle ist ein Beispiel für den Einsatz der Gentechnik zum Nutzen der Verbraucher, die mit herkömmlichen Züchtungen nicht zu erreichen wäre", so Alan Green. (pte)

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